Dragovics Beitrag zu Kiews Rückkehr

10. Dezember 2015, 11:58
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Dynamo Kiew übersteht erstmals seit sechzehn Jahren wieder die Gruppenphase der Champions League

Dynamo Kiew darf erstmals seit 16 Jahren wieder in der Champions League überwintern. Nach einem knappen 1:0-Heimerfolg gegen Schlusslicht Maccabi Tel Aviv qualifizierte sich das ukrainische Fußball-Aushängeschild am Mittwochabend als Gruppenzweiter hinter Chelsea für das Achtelfinale. Mitten in der weißblauen Jubeltraube nach Schlusspfiff war auch Aleksandar Dragovic.

"Kiew war international zuletzt Ende der 90er so richtig erfolgreich, von daher ist es ein toller Erfolg für den Verein", sagte der ÖFB-Teamverteidiger. Der Wiener postete auf Facebook auch ein kurzes Video über die Feierlichkeiten außerhalb des Stadions. Das Spiel selbst musste Dynamo nach einem UEFA-Urteil wegen rassistischen Verhaltens seiner Fans vor leerer Kulisse bestreiten. Die Sperre läuft erst nach dem Achtelfinal-Heimspiel aus.

Denys Garmasch brachte Dynamo vor leeren Rängen im Olympiastadion per Abstauber in der 16. Minute glücklich in Führung. Maccabis Torhüter Predrag Rajkovic hatte einen abgefälschten Freistoß nicht bändigen können. Der ukrainische Meister spielte den knappen Vorsprung im Wissen über Chelseas 2:0-Zwischenstand gegen den FC Porto dann über die Zeit.

Keine Glanzpartie

"Die frühe Führung hat Ruhe in die Partie hineingebracht, letztendlich war der Sieg nie gefährdet. Es war keine Glanzpartie, aber am Ende zählen die Punkte und der Aufstieg", analysierte Dragovic. Für den 24-Jährigen ist es die zweite Achtelfinal-Teilnahme in der Königsklasse nach jener mit dem FC Basel 2011/12. Die damalige Endstation FC Bayern könnte Dragovic erneut blühen. Die Münchner sind ein möglicher Gegner, die Auslosung findet Montag in Nyon statt.

Dragovic wird zu diesem Zeitpunkt die Füße hoch lagern. "Jetzt geht es einmal in die Wärme und auf Urlaub, die Pause ist wichtig, umso mehr werde ich sie genießen", sagte der Wiener. Ab 8. Jänner ist Dynamo dann wie im Vorjahr in Marbella einquartiert, um sich auf die anstehenden Aufgaben vorzubereiten. Das Achtelfinal-Hinspiel findet am 16. oder 17. Februar statt. Dragovic wird erneut die Chance haben, sich international ins Rampenlicht zu spielen.

Highlight gegen Chelsea

Seine persönliche Bilanz nach der Gruppenphase war für den Innenverteidiger ausgeglichen: "Es geht immer besser, aber unterm Strich war schon viel Gutes dabei." Das Highlight sei der Auftritt an der Stamford Bridge gegen Chelsea gewesen. Beim 1:2 scorte Dragovic zunächst unfreiwillig ins eigene Gehäuse, ehe ihm mit seinem Premierentreffer in der Champions League der zwischenzeitliche Ausgleich gelang. "Das war schon eine extrem verrückte Sache", meinte der Ex-Austrianer.

Dynamo war in der Champions League zuletzt 2000 mit der Teilnahme an der Zwischenrunde noch im Frühjahr dabei. Ein Jahr zuvor hatte es der aktuell 14-fache ukrainische Meister sogar bis ins Halbfinale geschafft. Damals wie heute mit dabei ist Sergej Rebrow. Der ehemalige Nationalteamstürmer arbeitet bei Dynamo seit Mai 2014 als Cheftrainer.

Nach dem nationalen Titelgewinn im Duell mit Schachtar Donezk sowie dem nunmehrigen Aufstieg hat der 41-Jährige seinen Kurs heuer steigen lassen. "Nur wenige haben nach der schweren Auslosung an uns geglaubt. Das ist eine enorme Leistung von uns", betonte Rebrow. Zu verlieren habe sein Team nun nichts mehr: "Wir wollen in diesem prestigeträchtigen Bewerb noch ein wenig länger bleiben." (APA, 10.12.2015)

  • Verteidigen für Kiew: Aleksandar Dragovic.
    foto: reuters/vidal

    Verteidigen für Kiew: Aleksandar Dragovic.

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