Anna Fenninger und der positive Blick in die Zukunft

9. Dezember 2015, 16:42
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Sieben Wochen nach ihrem schweren Sturz in Sölden geht Skistar Fenninger schon ohne Krücken. Die Reha verläuft planmäßig

Wien – Der Mittwoch war ein guter Tag für Anna Fenninger. "Heute war der erste Tag, an dem ich aufgestanden bin und die Verletzung vergessen habe." Sieben Wochen sind seit Fenningers schwerem Sturz beim Riesentorlauftraining in Sölden vergangen. Seitenband-, Kreuzband- und Patellasehnenriss im rechten Knie – das war die Diagnose.

Sieben Wochen sind seit der Operation vergangen. Fenninger macht Fortschritte. "Bis jetzt läuft’s gut", sagt sie. Seit einer Woche geht sie ohne Krücken. Das sei das erste große Ziel gewesen. Das nächste große Ziel: Radfahren im Jänner. Schritt für Schritt. Demnächst will sie mit Wassertherapie und leichtem Krafttraining beginnen. Mit ihrer Reha liegt sie im Zeitplan. "Wunder müssen wir keine vollbringen."

Ein Jahr hat Fenninger Zeit, ein Jahr nimmt sie sich Zeit. Im Oktober 2016 will sie in Sölden ihr Comeback geben. Die Salzburgerin hat viel Muskelmasse verloren. "Jeder Tag ist wie ein Krafttraining." Freilich war der Sturz ein schwerer Schlag für die Olympiasiegerin, die zweimalige Gesamtweltcupsiegerin, die dreimalige Weltmeisterin. Es ist Fenningers erste schwere Verletzung. Die Diagnose sei "niederschmetternd" gewesen. "Aber seither bin ich positiv." Und überhaupt glaubt sie, "dass alle Dinge, die passieren, einen Grund haben".

Neuer Sponsor

Einen Grund hatte auch Fenningers Erscheinen in Wien am Mittwoch. Sie hat wieder einen neuen Sponsor. Auf Milka für den Kopf folgte Rauch für die Flasche. Der Vertrag wurde schon vor dem Sturz eingefädelt, aber erst danach unterschrieben. Einfädler war Skiverbandspräsident Peter Schröcksnadel persönlich. Der Tiroler sei aber nicht Fenningers Manager, wie er festhält. "Wir vermitteln für viele Athleten Partner. Gratis und ohne Provision." Wenn Fenninger einen Manager haben wolle, dann könne sie sich einen nehmen, sagt Schröcksnadel. Freilich, die Notwendigkeit sieht der ÖSV-Chef nicht wirklich.

Fenninger und der Manager, das war eine lange und komplizierte Geschichte. Sie endete am 7. September, als sich die Salzburgerin von dem beim ÖSV unbeliebten Deutschen Klaus Kärcher trennte. Dem voraus ging ein wochenlanger Zwist Fenningers mit dem Skiverband. Die 26-Jährige wollte sich keinesfalls von Kärcher trennen, forderte einen persönlichen Betreuer. Der Streit eskalierte. Via Facebook kritisierte sie den ÖSV. Sie war kurz davor, alles hinzuschmeißen, ehe sie doch noch in den Schoß des Verbandes zurückkehrte.

"Ich würde alles wieder gleichmachen", sagt Fenninger heute. "Es hat sehr wohl Sinn gemacht." In Peter Meliessnig hat sie nun einen eigenen Konditionstrainer. Gerade jetzt in der Reha sei der Kärntner sehr wichtig für sie.

Derweil genießt sie die Vorweihnachtszeit, schaut Skifahren im Fernsehen und hofft auf weitere gute Tage. (Birgit Riezinger, 9.12.2015)

  • Anna Fenninger mixte Saft in Wien, plauderte über ihre Reha und will in zehn Monaten wieder Skirennen fahren.
    foto: apa/herbert pfarrhofer

    Anna Fenninger mixte Saft in Wien, plauderte über ihre Reha und will in zehn Monaten wieder Skirennen fahren.

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