41-Jährige zahlte 80.000 Euro für Befreiung von Fluch

9. Dezember 2015, 14:49
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Religiöse Frau gab Bargeld und Schmuck an 62-Jährige weiter – Polizei sucht mögliche weitere Opfer

Wien – Eine 41-Jährige ist in Wien einer Betrügerin aufgesessen und um rund 80.000 Euro erleichtert worden. Die 62-Jährige soll der tiefreligiösen Frau eingeredet haben, dass sie seit der Geburt von einem Fluch belegt sei, berichtete die Polizei am Mittwoch. Der Fluch könne durch Geld- und Schmuckzuwendungen an Heilige gebannt werden, behauptete sie. Die 62-Jährige wurde Ende November festgenommen.

Das Betrugsopfer hatte schließlich Anzeige gegen die Frau erstattet. Die 62-Jährige arbeitete unter dem Pseudonym "Marija", der eigentliche Name war der 41-Jährigen nicht bekannt. Die Geld- und Schmuckübergaben im Gesamtwert von etwa 80.000 Euro fanden in der Wohnung der 62-Jährigen in Wien-Alsergrund statt. Von Dezember 2014 bis November 2015 sollen dort unzählige "rituelle" Sitzungen mit dem Opfer durchgeführt worden sein.

Die Betrugsgruppe des Landeskriminalamtes Wien, Außenstelle Mitte, nahm die Frau am 30. November in der Wohnung fest. Die 62-Jährige gab laut Polizei zu, Geld für Sitzungen genommen und der Frau glaubhaft gemacht zu haben, sie sei von dem Fluch belegt. Zur Schadenshöhe von 80.000 Euro ist sie nicht geständig. In ihrer Wohnung wurden Schmuckstücke und Bargeld sichergestellt.

Die Polizei schließt nicht aus, dass die 62-Jährige noch weitere Betrügereien begangen haben könnte. Hinweise nimmt das Landeskriminalamt Wien, Außenstelle Mitte unter der Telefonnummer 01-31310 DW 43510 oder DW 43800 (Journal) entgegen. (APA, 9.12.2015)

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