Indischer Beatles-Aschram für Öffentlichkeit zugänglich

9. Dezember 2015, 13:37
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Berühmter Rückzugsort war seit Jahren verlassen

Neu-Delhi/London – Ein verlassener indischer Aschram, in dem sich die Beatles 1968 zur Meditation zurückgezogen hatten, ist erstmals seit Jahren wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Behörden des nordindischen Bundesstaats Uttarakhand begannen schon vor Monaten mit umfangreichen Aufräum- und Instandsetzungsarbeiten, um den Aschram pünktlich zu John Lennons 35. Todestag am Dienstag wiedereröffnen zu lassen.

foto: apa/afp/str
Ein Schild erinnert an die prominenten Einsiedler

Schon bald soll auf dem Gelände zudem ein Yoga-Zentrum für Touristen entstehen. Der Ort solle aber "mit seinem ganzen alten Charme" erhalten bleiben, sagte Uttarakhands oberster Naturschützer D.V.S. Khati am Mittwoch. Der Aschram liegt in der Stadt Rishikesh an den Uferns des Ganges.

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Die Beatles hofften, dort zur Ruhe zu kommen und die Transzendentale Meditation zu lernen. Doch schon nach kurzer Zeit war es mit der Idylle vorbei, es kam zum Bruch zwischen den vier Pilzköpfen und dem selbst ernannten Guru Maharishi Mahesh Yogi: Ringo Starr soll Berichten zufolge das vegetarische Essen nicht geschmeckt haben, John Lennon wiederum hielt Maharishis Versicherungen für eine glatte Lüge, er lebe sexuell völlig enthaltsam.

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Obwohl der auf einem 7,2 Hektar großen Gelände gelegene Aschram mehr und mehr verfiel, wurde er über die Jahre zu einer wichtigen Pilgerstätte hartgesottener Beatles-Fans.

Dennoch schien die Atmosphäre die Kreativität der vier Musiker angeregt zu haben. Sie schrieben zahlreiche Lieder, von denen viele Teil ihres berühmten "Weißen Albums" wurden. Maharishi Mahesh Yogi selbst gab den Aschram in den 1970er-Jahren auf, später zog er nach Europa, wo er im Jahr 2008 verstarb.

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Obwohl der auf einem 7,2 Hektar großen Gelände gelegene Aschram mehr und mehr verfiel, wurde er über die Jahre zu einer wichtigen Pilgerstätte hartgesottener Beatles-Fans – auch wenn sie über Mauern klettern mussten, um unter anderem den mit bunten Graffiti dekorierten Meditationssaal zu besichtigen. Nun hoffen die Behörden, auch zahlende Touristen anzuziehen: Für einheimische Besucher kostet der Eintritt derzeit zwei Euro, Ausländer zahlen knapp zehn Euro. (APA, AFP, 9.12.2015)

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