"In stürmischer Nacht": Zuflucht und Schreckensort

9. Dezember 2015, 12:00
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Zwei kantige Kommissarinnen suchen im Krimo von Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsson nach Zusammenhängen

Es gibt viel Wald in diesem Krimi. Wir sind in Südschweden, wo die Gehöfte kilometerweit auseinanderliegen, getrennt durch dunkle Wälder mit mächtigen alten Bäumen. Das hat sich 2005 geändert, als der Sturm Gudrun riesige Schäden anrichtete und so die Existenzgrundlage der ums Überleben kämpfenden Bauern vernichtete. Für den Johannsonhof bedeutete das das Ende. Mitten im Sturm hat der Besitzer versucht, sich mit einer Motorsäge durch die umgestürzten Bäume zur Straße durchzuarbeiten. Dass Nils drei Tage später tot aufgefunden wird, schrieb man einem Unfall zu.

Zehn Jahre später wird der Johannsonhof durch ein Feuer eingeäschert: In den Ruinen wird eine unidentifizierbare Leiche, in der eine Mistgabel steckt, gefunden. Zwei kantige Kommissarinnen suchen nach Zusammenhängen. Kapitel aus der Zeit von 2005 und der Gegenwart wechseln einander ab. Die Klammer sind die Wälder, Zuflucht und Schreckensort zugleich, eine eindrückliche Kulisse. Und der unheimliche Epilog verspricht Fortsetzung. (Ingeborg Sperl, Album, 9.12.2015)

  • Roman Voosen, Kerstin Signe Danielsson, "In stürmischer Nacht". € 14,40 / 387 Seiten.  Kiwi, Köln 2015
    cover: kiepenheuer & witsch

    Roman Voosen, Kerstin Signe Danielsson, "In stürmischer Nacht". € 14,40 / 387 Seiten. Kiwi, Köln 2015

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