Zaunbau in Spielfeld: Das Unwort des Jahres wird Realität

Ansichtssache9. Dezember 2015, 10:59
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3,7 Kilometer lang wird die "besondere bauliche Maßnahme" an der Grenze zu Slowenien

Anfang Dezember wählte die Forschungsstelle Österreichisches Deutsch der Universität Graz das Unwort des Jahres: "Besondere bauliche Maßnahmen". Ein Euphemismus, der neben "Tür mit Seitenteilen" für den geplanten Grenzzaun im steirischen Spielfeld von den Politikern verwendet wurde.

Anfang der Woche wurde begonnen, die Grenze zu Slowenien abzuriegeln. Bis Ende des Jahres soll der etwa 3,7 Kilometer lange Zaun oder die "besondere bauliche Maßnahme" fertiggestellt sein. Einige Rollen Maschendrahtzaun werden von den Soldaten des Villacher Pionierbataillons 2 montiert.

Verstimmungen in Slowenien

In Slowenien verursachte der Bau des österreichischen Zauns innenpolitische Spannungen. Die konservative Oppositionspartei SDS sieht den Zaun zwischen den beiden Schengen-Staaten als ein "Misstrauensvotum" für die slowenische Regierung und fordert deshalb ihren Rücktritt. Das Kabinett von Premier Miro Cerar hat hingegen keine Einwände gegen den Grenzzaun.

"Österreich macht das gleiche wie Slowenien an seiner südlichen Grenze, wo wir technisch Barrieren errichten, um den Zustrom kontrollieren zu können", sagte Außenminister Karl Erjavec laut Nachrichtenagentur STA am Mittwoch bei der Sitzung des außenpolitischen Ausschusses im Parlament.

Laut Ministerpräsident Cerar wurden die Maßnahmen an der österreichischen Seite seit einiger Zeit erwartet, denn sie waren angekündigt worden. "Es handelt sich um kein radikales Vorgehen. Die Grenze wird auch nicht zugemacht", sagte Cerar am gestrigen Dienstag laut Medienberichten. Alle Zäune in der EU seien ein Resultat der Unfähigkeit der EU, gemeinsam und angemessen auf die Migration zu reagieren, betonte der slowenische Premier. Die Rücktrittsforderung der SDS kommentierte Cerar nicht direkt. (red, APA, 9.12.2015)

foto: apa/erwin scheriau
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