Smartphone-Kapitulation: Mozilla stellt Firefox OS ein

9. Dezember 2015, 08:36
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Keine Chance gegen die Dominanz von Android und iOS – Fokus auf den Browser

Der Firefox-Entwickler Mozilla räumt das Scheitern seines hauseigenen Betriebssystems im Smartphone-Markt ein. Telefone mit Firefox OS sollen nicht mehr über Mobilfunk-Anbieter vertrieben werden, erklärte Mozilla-Manager Ari Jaaksi am Dienstag dem Technologie-Blog "TechCrunch". In der Zukunft solle es aber "neue Experimente" mit vernetzten Geräten geben.

Vorgeschichte

Mozilla hatte Firefox OS im Jahr 2013 vorgestellt. Die Telefone waren als günstige Smartphones zunächst vor allem für Entwicklungs- und Schwellenländer gedacht. Sie wurden unter anderem in Lateinamerika und in Europa zum Beispiel in Polen auf den Markt gebracht.

Konkurrenz

Allerdings wurden auch Smartphones mit dem dominierenden Google-System Android immer günstiger, was Firefox OS schnell den Wind aus den Segeln nahm. Der Anteil am Smartphone-Geschäft blieb minimal. Wirklich überraschend kommt die aktuelle Ankündigung auch deswegen nicht, weil zentrale Entwickler von Firefox OS das Unternehmen schon vor einiger Zeit verlassen haben.

Reduktion

Die Streichung von Firefox OS ist nicht zuletzt unter dem aktuellen Versuch Mozillas sein Geschäft neu zu fokussieren zu sehen. So soll auch der Mail-Client Thunderbird ausgelagert werden. Zudem will man den Browser Firefox von unnötigem Balast befreien und so wieder schlanker machen.

Offene Fragen

Unklar bleibt derzeit, was aus Firefox OS für andere Plattformen wird. Immerhin wird aktuell auch ein Fernseher von Panasonic mit dem Betriebssystem von Mozilla ausgeliefert. (APA/red, 9.12.2015)

  • Das ZTE Open C, eines der mit Firefox OS ausgelieferten Geräte.
    foto: albert gea / reuters

    Das ZTE Open C, eines der mit Firefox OS ausgelieferten Geräte.

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