Arsenal in Piräus gehörig unter Druck

8. Dezember 2015, 16:20
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Team von Arsene Wenger kämpft in Griechenland um die Serie. Chelseas Krisentruppe gegen Porto gefordert – Gute Ausgangslage für ÖFB-Teamspieler Dragovic mit Kiew

Mit Arsenal steht am Mittwoch (20.45 Uhr) zum Abschluss der Gruppenspiele der Fußball-Champions-League ein Dauergast in der K.o.-Phase schwer unter Druck. Die Londoner müssen beim direkten Konkurrenten Olympiakos Piräus unbedingt gewinnen, um ihre tolle Serie zu verlängern: 15 Mal in Folge schafften die "Gunners" zuletzt den Aufstieg aus der Gruppenphase der Königsklasse.

Insgesamt noch fünf Tickets werden am Mittwoch für die nächste Bewerbsphase vergeben – auf eines davon hofft ÖFB-Teamverteidiger Aleksandar Dragovic mit Dynamo Kiew im Heimspiel gegen Tel Aviv (live Puls 4). Mit dem CL-Gewinner 2012, Chelsea, dem FC Valencia, Bayer Leverkusen und AS Roma müssen prominente Namen noch zittern.

Arsenals (6 Punkte/9:10 Tore) Ausgangslage vor der Partie beim Zweiten der Gruppe F ist alles andere als optimal. Olympiakos (9/6:10) könnte sich sogar eine 0:1-oder 1:2-Niederlage leisten. Arsenal muss nach dem peinlichen 2:3 aus dem Hinspiel bei einem Sieg mit einem Tor Unterschied mindestens drei Treffer erzielen. Auch jeder Sieg mit zwei Toren Differenz würde reichen.

"Eine Art Cupfinale"

Für Arsenal geht es auch darum, sich zum 16. Mal in Folge für die K.o.-Phase der Königsklasse zu qualifizieren. "Es ist ein sehr wichtiges Spiel für uns", sagte Coach Arsene Wenger. Stürmer Joel Campbell ergänzte: "Es ist die wichtigste Partie in dieser Saison. Eine Art Cupfinale." Der Costa Ricaner, der in der vergangenen Saison auf Leihbasis in Piräus spielte, traf am vergangenen Wochenende beim 3:1 gegen Sunderland und profitiert derzeit vom Verletzungspech der Nord-Londoner. Sieben Profis, darunter Stars wie Alexis Sanchez oder Santi Cazorla, fallen aus.

Sorge bereitet den "Gunners" auch die Heimstärke von Olympiakos. Sieben der jüngsten acht Champions-League-Heimspiele gewann der griechische Titelträger im Karaiskakis-Stadion. Nur der FC Bayern konnte dort im September 2015 gewinnen (3:0). Die restlichen sieben Gegner, darunter Juventus Turin oder Atletico Madrid, wurden im Hexenkessel von Piräus besiegt. Auch Arsenal kassierte bei seinen drei Königsklassen-Auftritten in Piräus drei Pleiten.

Chelseas Licht in der Champions League

Eine deutlich bessere Ausgangslage besitzt der zweite Londoner Club, Chelsea (10 Punkte), mit Trainer Jose Mourinho. Der Portugiese trifft mit dem FC Porto (10) auf seinen früheren Club (live ORF eins) und würde mit einem Sieg Gruppenerster werden. Bei einem Unentschieden in London und einem Erfolg von Dynamo Kiew (8) gegen das punktlose Maccabi Tel Aviv wäre Chelsea hinter den Ukrainern Zweiter.

Klingt absolut machbar, ist gemessen an den aktuellen Leistungen der Londoner aber alles andere als ein sicherer Tip. Platz 14 in der Premier League spricht Bände, das jüngste 0:1 gegen Bournemouth ließ die Alarmglocken nach drei Pflichtspielen ohne Niederlage wieder aufschrillen. Im Falle eines Weiterkommens könnte daher vor allem Mourinho durchatmen. Denn sollte sich der Krisenclub aus der Königsklasse verabschieden, könnte auch Chelsea-Eigentümer Roman Abramowitsch endgültig die Geduld mit dem 52-Jährigen verlieren.

Dragovic und der Aufstieg

Dragovic und Kiew kann Mourinhos Schicksal ebenso egal sein wie das Ergebnis in London. In jedem Fall muss ein Heimsieg gegen die Israelis her. Im Idealfall trennen sich Chelsea und Porto mit einem Remis, das Trio hätte dann jeweils elf Punkte. Und weil alle drei aus den direkten Duellen 5 Punkte hätten, würde die Tordifferenz aus den Spielen untereinander über die Platzierung entscheiden: Dynamo wäre in diesem Fall sogar Gruppensieger.

In Gruppe E matchen sich das angeschlagene Leverkusen, Roma (beide je 5 Punkte) und BATE Borisow (4) noch um den Platz in der K.o.-Phase. Der souveräne Gruppensieger und Titelverteidiger Barca tritt bei Leverkusen an und schont dabei die Stammkräfte Gerard Pique und Andres Iniesta, Dani Alves ist gesperrt. Auch Neymar wird fehlen. Der Brasilianer zog sich im Abschlusstraining eine Leistenzerrung im linken Bein zu. Zuvor hatte Cheftrainer Luis Enrique den Einsatz von Lionel Messi offen gelassen. "Ich will erst mit meinen Spielern sprechen", sagte Enrique. Er signalisierte aber, dass Messi wahrscheinlich in der Startelf des Titelverteidigers stehen wird.

In Gruppe H ist St. Petersburg fix Erster, kommt es zum Fernduell um Platz zwei, Gent (7 Punkte) gegen Valencia (6). Die Belgier empfangen die Russen, Valencia hat das abgeschlagene Schlusslicht Olympique Lyon zu Gast. (APA, 8.12.2015)

  • Es wird eng.
    foto: apa/epa/rain

    Es wird eng.

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