Julius Bär peilt weitere Zukäufe an

7. Dezember 2015, 16:25
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Im Auge habe die Bank dabei vor allem Technologiefirmen, die sich auf den Finanzbereich spezialisiert haben

Zürich – Der Schweizer Vermögensverwalter Julius Bär ist auf der Suche nach Zukäufen in China und Brasilien. Im Auge habe die Bank dabei vor allem Technologiefirmen, die sich auf den Finanzbereich spezialisiert haben, sagte Institutschef Boris Collardi der "Financial Times" in einem am Montag online veröffentlichten Interview. "Wir haben eine lange Liste von Firmen erstellt und einige besucht, um sicherzustellen, dass sie auch wirklich existieren", sagte Collardi. Er gehe davon aus, in dem Land etwa 100 Millionen Dollar zu investieren. Auf dem Zettel habe er etwa Anbieter von Apps für den Finanzbereich oder Online-Vermögensverwalter.

Aber auch andere Länder wie Brasilien oder Mexiko seien attraktiv für Zukäufe, sagte Collardi. Bereits jetzt stammt rund die Hälfte der von Bär verwalteten Vermögen von Kunden aus Schwellenländern. Die dortige Krise hatte das Neugeldwachstum in den ersten zehn Monaten 2015 unter das mittelfristige Zielband von vier bis sechs Prozent gedrückt.

Spekulationen über eine Übernahme der Schweizer Privatbank BSI habe er jedoch heruntergespielt, berichtete das Blatt. Der Schweizer Sender RSI hatte berichtet, unter den Interessenten für das Institut seien Bär und die italienische Intesa. Das Institut gehört zur brasilianische Investmentbank BTG Pactual, deren Firmenchef im Zuge des Petrobras -Korruptionsskandals verhaftet wurde. Insidern zufolge will sich die unter Mittelabflüssen leidende BTG von der Schweizer Tochter trennen. Grundsätzlich habe Bär jedoch auch den heimischen Markt im Blick. "Die Konsolidierung in der Schweiz ist noch nicht vorbei – es wird noch viele weitere Deals geben", sagte er.

Einer Fusion mit einem großen Wettbewerber erteilte Collardi jedoch eine Absage. Viele Kunden seien von UBS und Credit Suisse zu Bär gewechselt, weil sie nicht bei einer Großbank sein wollten. Während die Bär-Aktionäre einer Übernahme der Bank wohl viel abgewinnen könnten, gebe es für ihn keinen Grund, einem solchen Deal gegen den Willen der Belegschaft zuzustimmen, sagte er. (Reuters, 7.12.2015)

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