Drei Teams raufen um zwei Tickets

7. Dezember 2015, 15:15
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Manchester United muss im Dreikampf mit Wolfsburg und Eindhoven um Achtelfinal-Aufstieg zittern. Trainer Louis Van Gaal "in keinster Weise beunruhigt"

Wolfsburg/Eindhoven – In den Dienstagpartien (ab 20.45 Uhr MEZ) der Fußball-Champions-League kommt es in der Gruppe B zu einem Dreikampf um die Achtelfinal-Tickets. Spitzenreiter VfL Wolfsburg genügt gegen den nur einen Punkt zurückliegenden englischen Rekordmeister Manchester United schon ein Remis zum Aufstieg, den auch der niederländische Champion PSV Eindhoven im Heimspiel gegen Schlusslicht ZSKA Moskau anpeilt.

Der in Diensten von United stehende Bastian Schweinsteiger warnte eindringlich vor der Heimstärke der Wolfsburger und sprach von einer "schwierigen" Aufgabe. "Wir müssen die richtige Strategie finden. Ich bin mir aber sicher, dass die Mannschaft bereit für eine große Nacht ist", lautete die Kampfansage von Schweinsteiger.

Dafür muss das Team von Trainer Louis van Gaal ohne den verletzten Kapitän Wayne Rooney endlich seine Abschlussschwäche ablegen. Seit dem 2:1-Heimsieg über Wolfsburg hat United in drei Champions-League-Matches nur zwei Treffer erzielt. Auch in der heimischen Premier League gelangen lediglich fünf Tore in den jüngsten sechs Spielen.

"Die Tore werden kommen, davon bin ich felsenfest überzeugt. Wir haben viele Chancen herausgespielt, nur das Glück hat uns gefehlt. Deshalb bin ich in keiner Weise beunruhigt", stellte Van Gaal nach dem 0:0-Heimremis am Samstag gegen West Ham klar.

Wolfsburg, das in der Bundesliga zuletzt auch eher schwächelte und auf Platz fünf abgerutscht ist, will sich auf Rechnereien nicht einlassen: "Wir spielen auf Sieg", verkündete Trainer Dieter Hecking.

Die Stimmung der VfL-Profis wurde durch die bittere Last-Minute-Niederlage am vergangenen Samstag gegen Borussia Dortmund (1:2) allerdings getrübt. "Sehr, sehr bitter" sei das Erlebnis gewesen, sagte Kapitän Diego Benaglio zu.

Das verlorene Duell um den Status der Nummer zwei in Deutschland hat den Spielern psychisch und auch körperlich zugesetzt. "Wir haben unheimlich viel Kraft gelassen, um das 0:1 aufzuholen", sagte der deutsche Nationalspieler Julian Draxler. Am Ende stand man aber mit leeren Händen da, das soll gegen Manchester nicht passieren. "Wir müssen die einfachen Fehler abstellen", fordert Draxler.

Eindhovens Chance

Die Schwäche von United will nicht nur Wolfsburg, sondern auch Eindhoven zum Ende einer Durststrecke nutzen: Seit der Saison 2006/07 warten die Niederlande auf eine Teilnahme an der K.o.-Phase der Champions League. Damals drang PSV bis ins Viertelfinale vor, in dem das Out gegen Liverpool kam. Seinerzeit spielte noch der jetzige Trainer Phillip Cocu für die Eindhovener.

Und Cocu warnt seine Mannen vor Leichtsinn. Die Partie gegen die bereits ausgeschiedenen Moskauer sei kein Selbstläufer, dazu seien die russischen Mannschaften zu stark, auch technisch. Sein Team werde so wie in allen Matches auch in diesem Fall einen Sieg anstreben. "Dieses Selbstvertrauen müssen wir ausstrahlen", sagte Cocu.

Nicht zur Verfügung steht ihm der belgische Flügelstürmer Maxime Lestienne, der bei der 2:3-Niederlage im Hinspiel für beide Tore von PSV verantwortlich zeichnete.

Alles klar

In den anderen drei Gruppen, die am Dienstag ihre abschließenden Spiele bestreiten, stehen die Achtelfinal-Teilnehmer bereits fest. In Gruppe A hat Real Madrid vor Paris St. Germain sogar bereits den Pool-Sieg sicher, den in der Gruppe C Benfica Lissabon und Atletico Madrid im direkten Duell ausspielen. Den portugiesischen Gastgebern genügt dafür bereits ein Remis.

In der Gruppe D sind Juventus Turin und Manchester City weiter. Bei einem Punktgewinn in Sevilla ist "Juve" unabhängig vom Ausgang des Parallelspiels in Manchester zwischen City und Borussia Mönchengladbach (noch ohne den rekonvaleszenten Martin Stranzl) auch Pool-Sieger. (red/APA/sid, 7.12.2015)

  • König Louis hat alles im Griff.
    foto: reuters/kooren

    König Louis hat alles im Griff.

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