Salzburg holpert Richtung Winter

6. Dezember 2015, 16:25
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Meister holt unter neuer sportlicher Führung 0:0 in Mattersburg. Für den Aufsteiger könnte der Punkt mehr wert gewesen sein

Mattersburg – Red Bull Salzburg ist in der Bundesliga am Sonntag bei der Premiere von Interimscoach Thomas Letsch nicht wirklich in Schwung gekommen. Die überlegenen Salzburger mussten sich bei Aufsteiger SV Mattersburg mit einem 0:0 zufriedengeben und verpassten den Sprung an die Tabellenspitze. Ein Punkt fehlt dem Tabellenzweiten auf Herbstmeister Austria Wien.

Das Spitzentrio ist nach 19 Runden damit nur noch durch einen Zähler getrennt. Rapid liegt nach Punkten gleichauf mit Salzburg auf Rang drei. Nächsten Sonntag kommt es zum Jahresabschluss in Salzburg zum direkten Duell. Die kriselnden Mattersburger holten vor 5.200 Zuschauern erst den zweiten Punkt in den vergangenen sechs Runden und liegen fünf Zähler vor Schlusslicht Ried auf Rang sechs.

Systemwechsel

Letsch stellte vom 4-4-2-System von Vorgänger Peter Zeidler auf ein 4-3-3 um. Kapitän Jonatan Soriano agierte im Sturmzentrum, statt Omer Damari begann auf dem Flügel erstmals der Südkoreaner Hwang Hee-chan. Der 19-Jährige hatte unter Letsch bisher beim Farmteam FC Liefering überzeugt. In der zweithöchsten Spielklasse hält Hwang bei elf Toren und sechs Assists. Er ist bereits der 28. Spieler, den Salzburg in dieser Ligasaison eingesetzt hat.

Den gesperrten Rechtsverteidiger Christian Schwegler ersetzte Stefan Lainer, Statt Yasin Pehlivan begann im Mittelfeldzentrum Konrad Laimer. Dazu fehlte der wegen "unprofessionellen Verhaltens" zuletzt nicht berücksichtigte Martin Hinteregger – laut Klubangaben wegen einer Oberschenkelprellung. Mattersburg musste vor den Augen von Teamchef Marcel Koller auf den erkrankten Jungnationalspieler Karim Onisiwo verzichten.

Die Salzburger begannen ambitioniert, trafen durch Naby Keita nach einer schönen Kombination über Andreas Ulmer und Soriano auch früh die Stange (8.). Mattersburg stellte sich mit Fortdauer der ersten Hälfte aber besser auf den Gegner ein, ließ wenig zu und kam selbst zu einer Großchance: Vitalijs Maksimenko verfehlte das Tor nach Freistoßflanke von Jano völlig freistehend per Kopf (11.).

Willige Gäste

Salzburg war die spielbestimmende Mannschaft, mitunter fehlten rund um den Strafraum aber die Ideen. Mattersburg hielt mit Zweikampfstärke dagegen. Ein Lainer-Kopfball ging ans Außennetz (35.). Takumi Minamino schoss nach Soriano-Zuspiel aus aussichtsreicher Position drüber (38.), der Kapitän selbst aus spitzem Winkel daneben (43.).

Nach Seitenwechsel rückte Markus Kuster in den Mittelpunkt. Der Mattersburg-Goalie parierte einen Volley von Minamino (50.) ebenso glänzend wie einen Versuch von Duje Caleta-Car aus kurzer Distanz (51.). Auch bei einem Schuss von Valon Berisha war Kuster auf dem Posten (50.). Auf der Gegenseite musste Alexander Walke bei einem Kopfball von Markus Pink eingreifen (58.).

Keita traf aus der Drehung ein weiteres Mal die Stange (72.), ansonsten wurden die Salzburger aber nicht mehr zwingend. Der Titelverteidiger musste sich damit zum vierten Mal in den vergangenen sechs Runden mit einem Remis begnügen. In dieser Phase gelang mit einem 3:1 gegen Sturm Graz nur ein einziger Sieg.

Mattersburg durfte sich nach vier Niederlagen in den vergangenen fünf Heimspielen zumindest wieder über einen Punkt freuen. Einen Torerfolg hat das Team von Ivica Vastic aber schon seit mehr als 300 Minuten nicht bejubelt. (APA, red, 6.12.2015)

Bundesliga, 19. Runde, Sonntag

SV Mattersburg – Red Bull Salzburg 0:0
Pappelstadion, 5.200 Zuschauer, SR Weinberger

Mattersburg: Kuster – Höller, Rath, Mahrer, Maksimenko – Jano – Farkas, Spranger (79. Perlak), Prietl, Novak (70. Templ) – Pink (65. Ibser)

Salzburg: Walke – Lainer (74. Lazaro), Miranda, Caleta-Car, Ulmer – Berisha, Laimer, Keita – Hwang (79. Damari), Soriano, Minamino (67. Mukhtar)

Gelbe Karten: Höller bzw. Soriano, Caleta-Car, Miranda

  • Nicht alles sprühte im Pappelstadion vor Eleganz: Jonatan Soriano (Red Bull) und Alois Höller (SVM).
    foto: apa/hochmuth

    Nicht alles sprühte im Pappelstadion vor Eleganz: Jonatan Soriano (Red Bull) und Alois Höller (SVM).

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