Wrack von 1708 gesunkener Galeone gefunden

Ansichtssache6. Dezember 2015, 14:27
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Cartagena – Ein Team aus kolumbianischen und ausländischen Experten hat nahe der Hafenstadt Cartagena an der kolumbianischen Karibikküste das Wrack der vor 307 Jahren gesunkenen spanischen Galeone "San Jose" gefunden. "Das ist der wertvollste Schatz, der in der Geschichte der Menschheit gefunden wurde", sagte der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos – was etwas übertrieben sein dürfte, aber nicht nur archäologisch gemeint war: Die Galeone soll eine wertvolle Ladung an Bord gehabt haben, von der zumindest Reste noch vorhanden sein könnten.

foto: reuters/colombian ministry of culture

Die "San Jose" war das Hauptschiff einer Flotte, die im Auftrag des spanischen Königs Philipp V. Gold, Silber und andere Wertsachen aus den Kolonien in Amerika über den Atlantik bringen sollte. Die "San Jose" sank jedoch 1708 in einem Gefecht gegen britische Schiffe, die es auf die wertvolle Ladung abgesehen hatten. Nur elf der etwa 600 Besatzungsmitglieder und Passagiere überlebten.

foto: reuters/colombian ministry of culture

Jahrzehntelang hatten Schatzsucher nach dem Schiff gesucht, waren dabei aber lediglich auf andere Wracks gestoßen. Das internationale Expertenteam, das schließlich Erfolg hatte, erforschte die Winde und Strömungen, die vor 307 Jahren in der Region geherrscht hatten und suchte in spanischen und kolumbianischen Archiven nach Hinweisen. Santos sagte, das Wrack sei am 27. November an einer Stelle gefunden worden, an der es zuvor nicht vermutet worden war. Dabei wurden auf dem Meeresgrund auch mindestens fünf weitere Schiffswracks entdeckt.

foto: reuters/colombian ministry of culture

Die beteiligten Experten berichteten, sie hätten das auf der Seite liegende Wrack der "San Jose" aufgrund seiner einzigartigen Bronzekanonen mit eingravierten Delfinen sowie an seiner Ladung erkannt. "Die Menge und die Art des Materials lassen keinen Zweifel an der Identität" des Schiffwracks, sagte Ernesto Montenegro, der Leiter des Kolumbianischen Instituts für Anthropologie und Geschichte.

foto: apa/epa/efe / colombia ministry of culture

Zuvor hatte bereits eine US-Firma den Fund der "San Jose" für sich beansprucht, doch dieser wurde nie bestätigt. Nach Angaben des Anthropologen Fabian Sanabria könnten noch bis zu tausend Schiffswracks vor der Karibikküste Kolumbiens auf dem Meeresgrund schlummern – aber nur sechs bis zehn von ihnen hätten Schätze an Bord. Am bedeutendsten sei der Fund der "San Jose", sagte Sanabria. Der Bürgermeister von Cartagena, Dionisio Velez, nannte den Fund "ein beispielloses Ereignis für das Land". (APA, red, 6. 12. 2015)

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