Rapid gegen Ried auf Suche nach wahrem Gesicht

4. Dezember 2015, 15:26
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Grün-Weiß will miserable Vorstellung gegen Admira vergessen machen. Ried kämpft um Ende einer imposanten Negativserie gegen Hütteldorfer

Wien/Ried im Innkreis – Die SV Ried kommt mit der aktuell hartnäckigsten Negativserie in der Fußball-Bundesliga nach Wien. 37 Mal sind die Rieder bisher zu einem Liga-Auswärtsspiel gegen Rapid angereist, zu einem Sieg hat es noch nie gereicht. Am Samstag (18.30 Uhr) unternehmen die Innviertler den nächsten Anlauf. Mit zuletzt drei Siegen in Folge hat der Tabellen-Vorletzte viel Selbstvertrauen getankt.

Die Rieder Schreckensbilanz war bei den Rapidlern kein großes Thema. Vielmehr galt das Augenmerk der Gegenwart. "In den letzten Spielen haben sie gezeigt, dass sie eine starke Mannschaft sind, gut organisiert, mit schnellen Konter-Spielern. Sie haben sich auch in Standardsituationen wieder verbessert", erklärte Rapid-Trainer Zoran Barisic.

Neuer Anlauf

Zudem steht auch bei der eigenen Mannschaft Arbeit an. Nach der schwachen Vorstellung gegen die Admira (1:2) am Mittwoch wollen die Hütteldorfer unbedingt mit einem Erfolg in die Rückrunde starten. "Wir wollen in unserem letzten Bundesliga-Heimspiel in diesem Jahr unser wahres Gesicht zeigen; das gegen die Admira war es nicht", sagte Sport-Geschäftsführer Andreas Müller. "Das Admira-Spiel ist noch in den Köpfen. Aber wir werden versuchen, unser Spiel durchzusetzen, was uns gegen die Admira nicht gelungen ist. Das Ziel können nur drei Punkte sein", stellte Barisic klar.

Seinen Torhüter Richard Strebinger, der gegen die Admira zweimal patzte, nahm der Trainer aber in Schutz. "Ihm alleine die Schuld zu geben, ist zu billig. Wir haben als Mannschaft eben nicht drei Tore geschossen, um zu gewinnen. Er ist ein sehr guter Tormann, aber er ist zu verbissen, setzt sich selbst zu sehr unter Druck", meinte Barisic, der sich noch nicht entschieden hat, ob er dem 22-Jährigen oder Tobias Knoflach (21) den Vorzug geben wird. Fraglich ist der Einsatz von Abwehrchef Mario Sonnleitner, sein Ersatzmann wäre der 17-jährige Maximilian Wöber, der sein Bundesliga-Debüt bestreiten würde.

Entwicklungsphase ohne große Transferaktivitäten

Auch wenn die erste Saisonhälfte national nicht ganz nach Wunsch gelaufen ist, so will Barisic die Bilanz auch nicht schlechtreden. "Was uns doch noch fehlt ist die Stabilität. Wir sind noch in der Entwicklungsphase. Wir hätten einige Punkte mehr machen müssen. Aber wir wollten mehr Punkte als vor einem Jahr, das haben wir erreicht", konstatierte der Coach. Immerhin hält Rapid zur Halbzeit bei 31 Punkten und Rang drei, gegenüber 26 Punkten und Rang fünf zur gleichen Zeit des vergangenen Jahres. Auf dem Transfermarkt sind jedenfalls keine großen Aktivitäten von Rapid zu erwarten. "Unser Kader ist breit und stark genug", betonte Müller.

Gegen Ried ist Rapid ganz auf Sieg eingestellt. Kein Wunder bei dieser Bilanz. In 37 Heimspielen gegen die Innviertler stehen 29 Siege und 8 Remis zu Buche, der bisher letzte Punkt von Ried in Wien datiert vom 31. Juli 2011. Die Grün-Weißen haben gegen Ried acht Siege in Folge gefeiert, davon die letzten vier ohne Gegentreffer.

Selbstbewusste Innviertler

Dennoch rechnen sich die Oberösterreicher was aus. "Wenn wir uns in Wien mutig präsentieren, können wir sicher etwas mitnehmen. Ob es jetzt zum ersten Sieg reicht oder zu einem Punkt, ist egal. Wir wollen auf alle Fälle nicht mit leeren Händen nach Hause fahren", erklärte Ried-Kapitän Thomas Gebauer.

Er und seine Vorderleute setzen nicht zuletzt auf die starke Serie seit der Länderspielpause mit neun Punkten aus drei Spielen. "Das, was wir die letzten Spiele gezeigt haben, wollen wir jetzt auch gegen Rapid zeigen. Wir wollen die gute Stimmung halten. Mit den drei Siegen in Folge hat eine schlechte Herbstsaison noch ein halbwegs gutes Ende genommen. Unser Ziel war, dass wir bis zum Winter nicht abreißen, und das haben wir geschafft. Es wäre schön, wenn wir jetzt noch ein paar Punkte sammeln könnten", sagte der Torhüter. (APA, 4.12.2015)

SK Rapid Wien – SV Ried (Wien, Ernst-Happel-Stadion, Samstag, 18:30 Uhr, SR Schörgenhofer. Bisherige Saisonergebnis: 3:0 (h), 1:0 (a)

Rapid: Strebinger/Knoflach – Auer, Sonnleitner/Wöber, M. Hofmann, Stangl – Petsos, Schwab – Schobesberger, S. Hofmann, F. Kainz – Alar

Ersatz: Knoflach – Nutz, Pavelic, Grahovac, Schaub, Prosenik, Tomi, Jelic

Es fehlen: Novota (Schulterverletzung), Dibon (Riss des Syndesmosebandes und Kapselabsprengung im Sprunggelenk), Huspek (Rückenprobleme), Schrammel, Kuen (beide rekonvaleszent)

Fraglich: Sonnleitner

Ried: Gebauer – Janeczek, Reifeltshammer, Filipovic – Bergmann, Trauner, Polverino, Kragl – Hart, Murg – Elsneg

Ersatz: Durakovic – Antonitsch, Streker, Galivan, Prada, Walch, Sikorski

Es fehlen: Möschl, J. Baumgartner (Rehabilitation), Ziegl (im Aufbautraining nach Kreuzbandriss), Kreuzer (Wadenverletzung)

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