Salzburger Transitlager wieder für Asylwerber geöffnet

4. Dezember 2015, 15:17
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Bürgermeister Schaden warnt vor Dauerprovisorium und will ORS-Betreuung

Salzburg – Das Transitlager für Flüchtlinge auf dem Gelände der ehemaligen Autobahnmeisterei Liefering in Salzburg wird wieder für Asylwerber geöffnet. Wie DER STANDARD berichtete, wurden alleinreisende männliche Asylwerber seit Ende November abgewiesen. Nur Frauen, Kinder und Familien konnten weiterhin aufgenommen werden.

Derzeit befinden sich nach Angaben des Landes keine Transitflüchtlinge und 134 Asylwerber in dem Transitlager. Die Zahlen schwanken aber über den Tag, am Donnerstag passierten insgesamt 660 Flüchtlinge in Salzburg die Grenze zu Deutschland.

Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) argumentierte das Vorgehen damit, dass es sich um ein Transitlager und nicht um ein Asylwerberheim handle. Eine Unterbringung von Asylwerbern in den Zelten sei in keinster Form rechtlich gedeckt.

Betreuung ungeklärt

Auf ausdrücklichen Wunsch des Landes ist das Quartier nun wieder uneingeschränkt für Asylwerber geöffnet. Das Land müsse nun rasch einige offene Fragen klären, sagt Schaden, etwa wer die Asylwerber in dem Lager in Zukunft betreuen werde. Für die Versorgung der Asylwerber bis zum Abschluss des Erstaufnahmeverfahrens wäre eigentlich der Bund zuständig, der dafür mit der Firma ORS zusammenarbeitet. Schaden fordert deshalb, dass ORS die Betreuung der Asylwerber in der Asfinag ehestmöglich übernimmt.

Schaden: Asylwerber aus ganz Österreich nach Salzburg geschickt

Unannehmbar ist für den Bürgermeister auch, dass – wie derzeit offenbar gehandhabt – aus ganz Österreich Asylwerber nach Salzburg geschickt werden. Nach Angaben eines Flüchtlingsbetreuers aus Villach habe dort die Polizei den Helfern den ausdrücklichen Auftrag erteilt, Asylwerber nach Salzburg zu schicken, heißt es von der Stadt Salzburg.

"Dann werden wir schon bald wieder in der Situation wie zuletzt Ende November anlangen, dass die Kapazitäten in der Asfinag mit Asylwerbern aufgefüllt werden und kein Platz mehr für Transitflüchtlinge zur Verfügung steht", sagt Schaden. In der Folge drohe aus der Asylwerberunterkunft ein Dauerprovisorium zu werden, befürchtet der Bürgermeister. (Stefanie Ruep, 4.12.2015)

  • Auch junge alleinreisende Asylwerber dürfen wieder im Transitlager in Salzburg übernachten.
    foto: apa/barbara gindl

    Auch junge alleinreisende Asylwerber dürfen wieder im Transitlager in Salzburg übernachten.

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