HTC A9 bis OnePlus X: Schmucke Smartphones für die Winterzeit

Ansichtssache13. Dezember 2015, 11:41
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Für viele sind sie praktische mobile Computer, die im Alltag Kommunikationszentrale, Kamera und Unterhaltungsmaschine vereinen. Für andere sind sie darüber hinaus auch Ausdruck ihrer Lebensart. Technik und Lifestyle gehen oft Hand in Hand, eine Erkenntnis, mit der Apple schon lange erfolgreich arbeitet.

Doch auch Smartphone-Hersteller im Android-Segment sind auf diesen Zug mittlerweile aufgesprungen und versuchen abseits dröger Hardwarespezifikationen auch mit als hochwertiger geltenden Gehäusematerialien und guter Verarbeitung zu glänzen. Und beweisen dabei, dass ein schickes Mobiltelefon nicht zwingend zum Premium-Preis angeboten werden müssen.

foto: htc

HTC One A9

Nicht nur einmal ist HTCs Neuling, das One A9, ob seines Äußeren mit Apples iPhones verglichen worden. Dabei war es eigentlich der taiwanische Hersteller, der so manches markante Feature wie die von zwei Kunststofflinien unterbrochene Rückseite einst mit dem HTC One M7 etabliert hatte.

Abseits von Ästhetik und guter Verarbeitung wartet das Smartphone mit Mittelklasse-Hardware rund um den neuen Qualcomm Snapdragon 617 auf. Insbesondere das AMOLED-Display und die Kamera mit optischer Bildstabilisierung wurden von Testern gelobt. Dazu ist das A9 das erste Smartphone abseits Googles Nexus-Reihe, auf dem Android 6.0 vorinstalliert ist.

Kritik gab es allerdings für die eher knappe Akkulaufzeit und den hohen Preis von 579 Euro.

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foto: derstandard.at/pichler

OnePlus X

Mit markigen Worten hatte das chinesische Start-up OnePlus diesen Sommer den Start des OnePlus 2 eingetrommelt. Der "Flagschiff-Killer für 2016" präsentierte sich zwar immer noch als recht preiswertes Highend-Gerät, vermochte den Überraschungseffekt seines Vorgängers allerdings nicht zu wiederholen.

Anders die Botschaft beim OnePlus X, das man im November nachschob. Hier legte die Marketingbotschaft von Anfang an ihren Fokus auf Design und Verarbeitung. Und in der Tat ist dem Hersteller hier nicht viel vorzuwerfen. Das edel gestaltete Gerät setzt in seiner Standardausführung auf Glas und Metall, eine limitierte Ausgabe bietet gar eine Keramikrückseite.

Sieht man davon ab, dass das Handy aufgrund seines verglasten Antlitzes selbst auf minimal geneigten Ablageflächen gern in Bewegung gerät, hat OnePlus wenig falsch gemacht. NFC und Quickcharge fehlen zwar, doch die restliche Hardware entspricht sonst dem Vorjahresflaggschiff OnePlus One – plus zusätzlicher DualSIM-Unterstützung oder Speicherweiterung per microSD via Kombi-Slot. Mit einem fünf Zoll-Display erfüllt man außerdem vielen Kunden den Wunsch eines kompakteren Geräts.

Doch auch hier muss man mit einem Haken leben: Das OnePlus X kann nur online beim Hersteller bestellt werden, der an allen Tagen mit Ausnahme von Dienstagen für den Kauf eine Einladung voraussetzt. 269 Euro verlangt OnePlus für das Android-Handy.

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foto: lg

LG Zero

Auch LG will sich der Entwicklung nicht verschließen und hat, als bis dato letzter der bekannten Hersteller, noch rechtzeitig vor Weihnachten das LG Zero auf den Markt gebracht. Auf ein verglastes Gehäuse verzichte man, stattdessen ist das in anderen Märkten auch als LG Class firmierende Gerät rundum in Metall gepackt.

Während vorne ein In-Cell-HD-Display für schöne Farben und Kontraste bürgen soll, werkt im Inneren ein Snapdragon 410, also ein Mittelklasse-Chip. 16 GB Speicher können per microSD-Karte erweitert werden, der RAM ist mit 1,5 GB dimensioniert. Bei den Kameras setzt LG auf ein 13-MP-Modul auf der Rückseite (wo auch Einschalter und Lautstärketasten positioniert sind) und acht Megapixel an der Front.

Mit 249 Euro hat LG den Preis für das Smartphone für Lifestyle-Enthusiasten festgelegt. Wie gut die Werbeversprechen eingehalten werden lässt sich indes noch nicht sagen, denn noch mangelt es an Testeindrücken für das frisch veröffentlichte Handy.

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foto: zte

ZTE Blade V6

Schon etwas länger mit dem Vorwurf, sich recht deutlich vom iPhone inspirieren lassen zu haben, muss sich ZTE. Ungeachtet dessen gibt es seit einigen Wochen nun das Blade V6-Smartphone in Österreich zu haben.

Auch hier kommt ein sauber verarbeitetes Metallgehäuse zum Einsatz, auf dessen Front ein HD-Display prangt. Als Unterbau dient der Mediatek MT6735. Dieser ist nicht gerade ein Leistungswunder, bietet aber genug Rechenkraft für alle Alltagsaufgaben und arbeitet dabei sparsam. Dazu gibt es ordentliche zwei GB RAM.

Auch die restlichen Spezifikationen müssen sich nicht verstecken. So liefert die rückseitige Kamera Bilder mit bis zu 13 Megapixel ab, die Frontkamera bringt es auf fünf Megapixel. Der interne Speicher beträgt 16 GB und kann per microSD-Karte erweitert werden, wenn man dafür auf eine zweite SIM-Karte verzichtet.

Die Kamera des V6 gewinnt zwar keine Preise, reicht aber für ordentliche Schnappschüsse bei guten Lichtbedingungen aus. Der Verzicht auf NFC ist längst nicht für jeden ein wirklicher Makel. Allerdings, so legen verschiedene Rezensionen nahe, könnte die Displayhelligkeit höher ausfallen.

Mit einem Straßenpreis, der mittlerweile bei 200 Euro angekommen ist, sind das allerdings Defizite, die man im Gegenzug für ein sonst durchaus taugliches Smartphone in Kauf nehmen kann

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foto: derstandard.at/pichler

Fairphone 2

Wer sich fragt, was ausgerechnet das Fairphone 2 in dieser Auflistung zu suchen hat, wundert sich zurecht. Das Handy soll in dieser Auflistung den Gegenentwurf zu den meisten designorientierten Smartphones bilden.

Denn diese opfern ihrer schlanken Bauweise und den verwendeten Materialien mitunter die Reparierbarkeit. In der Regel ist nicht einmal der Akku tauschbar.

Beim Fairphone 2 bemüht sich der Hersteller nicht nur um unter ethisch vertretbaren Bedingungen gewonnene Rohstoffe und bessere Arbeitsbedingungen in der Fertigung, sondern legt auch einen starken Fokus auf die Nachhaltigkeit des Gerätes selber.

Das Telefon ist mit wenigen Handgriffen weitgehend zerlegbar, die Hardware ist modular zusammengebaut. Folglich lassen sich viele Komponenten auch durch Laien ersetzen. Abseits des Reparaturbonus könnte das in Zukunft dazu führen, dass das Smartphone über Komponententausch upgegradet werden kann. Auf besonders kompakte Maße oder ein metallenes Gehäuse muss man dafür jedoch verzichten.

Mit dem Snapdragon 801, zwei GB RAM und einem Fünf-Zoll-Display mit Full-HD-Auflösung und erweiterbarem Hauptspeicher von 32 GB (allerdings ohne dafür einen der zwei SIM-Slots aufgeben zu müssen) spielt man in puncto Ausstattung ungefähr in der Liga des OnePlus X. Die Kamera-Ausstattung (acht und zwei Megapixel) fällt allerdings schwächer aus.

In einem ersten Hands-on mit einem Vorseriengerät lieferte das Fairphone 2 einen passablen Eindruck. Testberichte gibt es noch nicht, die Auslieferung der finalen Version soll jedoch in diesem Monat beginnen.

Erworben werden kann das Handy über die Hersteller-Homepage für 530 Euro. Da die erste Charge bereits ausverkauft ist, eignet sich das faire Telefon allerdings nur als verspätetes Weihnachtsgeschenk. Bestellungen für den zweiten Produktionsdurchlauf sollen im Januar in den Versand gehen.

Nachlese

Fairphone 2: Nächster Schritt zum nachhaltigen Smartphone

(gpi, 13.12.2015)

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