Steuerreform: 358 Einkommensmillionäre zahlen mehr Lohnsteuer

4. Dezember 2015, 13:07
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Spitzensatz für Millionäre steigt befristet auf 55 Prozent, alle anderen Einkommensbezieher werden laut Statistik Austria durch die Reform entlastet

Wien – Die Steuerreform wird die meisten Lohn- und Einkommensteuerzahler entlasten – und zwar um bis zu 2.400 Euro pro Jahr. Das hat die Statistik Austria für die aktuelle Lohnsteuerstatistik 2014 errechnet. Mehr zahlen müssen nur die 358 Einkommensmillionäre – und zwar durchschnittlich 38.369 Euro jährlich. Letzteres ist wegen des befristet auf 55 Prozent angehobenen Spitzensteuersatzes ab einer Million Euro Steuerbemessungsgrundlage der Fall (Einkommen minus Sozialversicherung und Sonderzahlungen).

Höchste Einkommen in Wiener Innenstadt

Wenig überraschend konzentrieren sich die Spitzeneinkommen in Wien und Umgebung: Betrachtet man nur ganzjährig vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer, liegen neun der zehn Bezirke mit den höchsten Durchschnittseinkommen in Wien – allen voran die Innenstadt (54.659 Euro netto) und die Nobelbezirke Hietzing (41.710) und Döbling (41.232). Einziger Ausreißer unter den "Top Ten": Mödling (38.642 Euro) im Süden der Hauptstadt auf Rang sieben.

Auch am unteren Ende der Skala liegt mit Rudolfsheim-Fünfhaus (26.936 Euro) ein Wiener Bezirk, an vorletzter Stelle liegt der Bezirk Südoststeiermark (27.069 Euro) knapp nach Hartberg-Fürstenfeld (27.496 Euro) und Osttirol (Bezirk Lienz) mit 27.552 Euro. Ebenfalls am Ende der Rangliste: Zwettl, Wien-Favoriten und Waidhofen an der Thaya.

Durch die Steuerreform werden die Nettoeinkommen steigen – sowohl im niedrigen als auch im hohen Bereich. Im untersten Bereich profitieren bis zu 2,5 Millionen Menschen von der höheren Negativsteuer (mit durchschnittlich 67 Euro pro Kopf und Jahr), darüber steigt die Entlastung auf bis zu 2.449 Euro jährlich.

Zu beachten ist: Basis der Berechnungen ist das Jahr 2013, aktuellere Daten zur Einkommensteuer liegen nicht vor. Die tatsächliche durchschnittliche Entlastung 2016 wird also inflationsbedingt etwas höher liegen.

Teure Abschaffung der kalten Progression

Die Berechnungen der Statistik Austria zeigen auch, wie teuer die von Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) und Gewerkschaften geforderte Abschaffung der Kalten Progression kommen könnte. Wäre die Inflationsanpassung der Steuertarife schon mit der letzten Steuerreform 2009 beschlossen worden, dann hätte das bereits im Jahr darauf 403 Millionen Euro gekostet, bis 2013 wären die jährlichen Kosten auf über 2,29 Milliarden Euro gestiegen.

"Das ist, was ein Finanzminister wissen muss, wenn er über die Abschaffung der kalten Progression spricht: dass er in vier Jahren 2,2 Milliarden Euro woanders aufbringen muss", sagte Statistik-Austria-Generaldirektor Konrad Pesendorfer am Freitag. "Für den Finanzminister geht das auf jeden Fall nach hinten los." (APA, 4.12.2015)

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