Jansrud mit Bestzeit in Beaver Creek

3. Dezember 2015, 20:35
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Norweger knallt im zweiten Training die schnellste Zeit in den Schnee. Reichelt auf Platz drei

Beaver Creek – Kjetil Jansrud hat auch im zweiten Training für die Weltcup-Abfahrt in Beaver Creek Bestzeit erzielt. Damit ist der Vorjahressieger aus Norwegen am Freitag der große Favorit in der zweiten Saisonabfahrt. Jansrud war am Donnerstag 0,15 Sek. schneller als Peter Fill, als Dritter (+0,51) unterstrich Hannes Reichelt seine Ambitionen, auf der Birds of Prey endlich auch einmal die Abfahrt zu gewinnen.

"Dazu muss ich aber den Steilhang besser fahren", schüttelte Reichelt auch nach dem zweiten Training etwas den Kopf. "Gestern war ich zu rund, heute zu gerade", appellierte er an sich selbst, am Renntag das richtige Mittelmaß finden zu müssen. "Das wäre echt nett", so Reichelt.

Der 35-jährige Salzburger hat in Beaver Creek schon vier Mal einen Super-G gewonnen, aber noch nie die Abfahrt. "Insgesamt bin ich heute aber zufriedener, weil ich weiß, was ich im Steilhang verkehrt gemacht habe", gab sich Reichelt gedämpft zuversichtlich.

Biegbar

Jansrud hier zu besiegen, sei durchaus möglich, ist Reichelt überzeugt. "Es wird nicht leicht, aber er ist biegbar. Man darf aber auch Fill oder Guillermo Fayed nicht übersehen", warnte der Österreicher. Für sich selbst gab er ein überschaubares Ziel aus. "Wenn ich in die Top Ten komme ist's okay. Denn da bist du meist nicht weit weg vom Stockerl. Dass ich in den Trainings halbwegs dabei war, gibt mir aber doch einige Sicherheit und hilft dann auch für den Super-G."

Sorgenfalten im Gesicht hatte trotz Trainingsrang fünf Matthias Mayer. Beim Olympiasieger stellten sich auf der ruppigen und eisigen Piste wieder die Schienbeinschmerzen ein, die er bei seiner im Oktober erlittenen Schuhrandprellung hatte.

"Wahrscheinlich, weil ich heute mit dem Rennschuh gefahren bin", lautete Mayers Erklärung. "Man muss im Steilhang heuer wesentlich mehr hindrücken als im Vorjahr oder bei der WM, dort komme ich derzeit gar nicht zurecht."

Mayer verwendet in der Nacht Schmerzgel, um das Problem abklingen zu lassen. "Das Beste derzeit wäre, nicht Ski zu fahren. Das geht halt momentan nicht", scherzte er. Ein fünfter Platz im Rennen wäre für ihn schon ein sehr gutes Ergebnis.

Wundern und das Licht

Bei zunehmend besser werdenden Lichtverhältnissen war Max Franz als Elfter drittschnellster Österreicher. Der mit Nummer zehn fahrende Kärntner wunderte sich ähnlich wie die ganz früh gestartete Konkurrenz (Klaus Kröll: "Es ist innerhalb von drei Leuten um eine Sekunde schneller geworden") darüber, dass vor allem der obere Flachteil mit zunehmendem Training deutlich besser geworden war.

"So gesehen ist noch einiges drin", hoffte "Wildsau" Franz. "Heute war es bei mir eh schon deutlich besser als am Mittwoch", gab sich der Kärntner zuversichtlich.

Lockerer Jansrud

Während sich Kanada-Doppelsieger Aksel Lund Svindal auch im zweiten Training mit Platz vier etwas im Hintergrund hielt, ging Jansrud mit seiner Favoritenrolle wie immer locker rum. "Auch in Lake Louise war ich im Training gut und dann im Rennen aber schlecht", gab er zu bedenken.

Von der Hand zu weisen seien seine guten Chancen aber natürlich nicht. "Mein Gefühl sagt mir, dass ich schnell genug bin, um den Sieg zu kämpfen."

Was er auf der Raubvogelpiste so viel besser mache als die andern? "Das ist eine sehr schwierige Strecke. Ich fahre einfach ganz ruhig und lockere Schwünge. Es sieht aus, als ob das schnell ist. Man muss halt die richtige Mischung aus Risiko und Kontrolle finden", erklärte der Norweger. (APA, 3.12.2015)

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