ÖSV-Abfahrerinnen vor Lake-Louise-Triple zuversichtlich

3. Dezember 2015, 18:26
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Junges Team nach gutem Training voller Selbstvertrauen – Schmidhofer: "Glaube, dass sich manche warm anziehen müssen"

Lake Louise – Allen Rücktritten und dem verletzungsbedingten Ausfall von Anna Fenninger zum Trotz geht Österreichs alpines Speed-Team der Damen voll Zuversicht und Selbstvertrauen in das Weltcup-Wochenende von Lake Louise. Selbst die im kanadischen Skigebiet schon 15-mal erfolgreich gewesene Lindsey Vonn wird von der jungen OSV-Truppe für schlagbar gehalten. Die ist aber natürlich die Top-Favoritin.

Seit 2004 zwölf in der Abfahrt und drei im Super-G in Kanada eingefahrene Erfolge machen die 31-Jährige zur ersten Anwärterin auf die drei zu vergebenden Siege. Das Triple in Lake Louise hat Vonn schon 2011 und 2012 geschafft, wie damals werden auch diesmal zwei Abfahrten (Freitag, Samstag/jeweils 20.45 Uhr MEZ) und ein Super-G (Sonntag/19.00) gefahren.

Im Duell mit Mikaela Shiffrin um die Vorherrschaft unter den US-Damen und vielleicht auch im Gesamtweltcup hat die Rekordgewinnerin von 67 Weltcuprennen noch null Zähler auf dem Saisonkonto und damit 280 Punkte Rückstand auf ihre elf Jahre jüngere Landsfrau. Diese tritt zudem diesmal selbst im Super-G an und erweitert damit ihr sonst vor allem mit technischen Fähigkeiten angereichertes Portfolio.

Good to be back

Aber auch Shiffrin kann Vonn in Lake Louise punkto Erfahrung und Selbstvertrauen nicht das Wasser reichen. "Schön, wieder zurück in Lake Louise zu sein und die Geschwindigkeit zurück im Gesicht zu haben", meinte Vonn nach dem ersten Training. In dem lief es mit 4,07 Sekunden Rückstand und nur Platz 34 aber alles andere als gut. "Ich habe zu viel Geschwindigkeit gehabt", erklärte sie einen Fehler und damit den Rückstand.

An die heuer mit vielen Wellen versehene Strecke musste sich eben auch Vonn erst gewöhnen. Die vierfache Weltcup-Gesamtsiegerin begrüßt die Änderungen jedenfalls: "Es ist cool, ein bisschen mehr Wellen, die Drehung ist sehr schön, sicherlich mehr Action als in den letzten paar Jahren. Ich freue mich auf etwas Neues." Genau in den geänderten Bedingungen sieht die Konkurrenz aber auch eine neue Chance.

Ansage

Allen voran eben die Österreicherinnen, im ersten Training zu viert in den Top fünf klassiert. Nur Lara Gut, schweizerische Riesentorlauf-Siegerin von Aspen, mischte da als Drittplatzierte mit. Cornelia Hütter als die Tages-Schnellste sieht sich gerüstet. "Wellen und Sprünge, da habe ich im Sommer Fortschritte gemacht", meinte die Steirerin. "Lindsey liegen die lang gezogenen Kurven, aber das muss sie auch erst runterbringen."

Ganz so viel Zug wird Vonn wegen der unruhiger gewordenen Piste aber nicht aus den Kurven mitnehmen können. Die beim Auftakt-Training zweitplatzierte Nicole Schmidhofer: "Das Ganze ist viel technischer, das kommt mir entgegen." Ähnlich zuversichtlich äußerte sich die viertplatzierte Ramona Siebenhofer, im Vorjahr in Lake Louise im Abschlusstraining schwer gestürzt: "Es ist irrsinnig viel weitergangen bei mir im Sommer. Irgendwie hat man so einen Teamspirit gespürt."

Warm anziehen

Schmidhofer geht sogar einen Schritt weiter: "Ich glaube schon, dass sich manche warm anziehen müssen." Die 26-Jährige glaubt fest daran, dass vier OSV-Platzierungen in den Top Ten möglich sind. "Und vielleicht reicht es auch für wen für ganz vorne. Ich denke, Vonn ist zu schlagen. In unserem Team merkt man, dass es sehr viel Junge sind. Das bringt einen guten Pepp hinein, ein gutes Klima."

Ambitionen auf einen Topplatz hat auch Elisabeth Görgl, die Teamälteste und 2009 Super-G-Siegerin von Lake Louise. "Podium oder Top 5 wäre absolut okay. Es wäre cool, wenn das hinhaut", meinte sie. Im ersten Training reichte es nach schwerem Fehler nur zu Rang 19. Doch auch Görgl schöpft aus den geänderten Bedingungen Zuversicht: "Vielleicht ist es jetzt ein bisschen leichter, an Lindsey heranzukommen." (APA, 2.12.2015)

  • Nicole Schmidhofer greift an.
    foto: ap/gunn

    Nicole Schmidhofer greift an.

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