VP will "Schulsprache Deutsch" ab 2016 in der Hausordnung

3. Dezember 2015, 15:55
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OÖ-Bildungslandesrat Stelzer: "Ich bin noch keinem begegnet, der gesagt hat, dass das eine blöde Idee ist."

Linz – Lange hielt sich die ÖVP in der Debatte um einen höchst umstrittenen Passus im schwarz-blauen Arbeitsübereinkommen zurück: Das Prinzip der "Schulsprache Deutsch" wurde zwar von Verfassungsrechtlern und Bildungsexperten eifrig zerpflückt, zur Verteidigung rückte aber stets nur FPÖ-Chef Manfred Haimbuchner aus.

Doch nun wagt sich auch der schwarze Partner aus der Deckung: Neo-Bildungsrat Thomas Stelzer (VP) spricht sich jetzt im Standard-Gespräch für eine rasche Umsetzung einer Deutschpflicht in den Pausen aus: "Mit Beginn des kommenden Schuljahres soll dies Teil der schulischen Hausordnung sein."

Die Kritik kann Stelzer nicht nachvollziehen: "Ich bin noch keinem begegnet, der gesagt hat, dass das eine blöde Idee ist. An oberösterreichischen Schulen sollen die Kinder untereinander in der Landessprache reden. Dadurch finden die Kinder schneller zusammen – und auch der Spracherwerb geschieht schneller." Doch genau das bezweifeln Bildungsexperten. So zeigte sich etwa jüngst der Vizerektor der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich, Josef Oberneder, im Standard-Gespräch ob der "kognitiven Schlichtheit der Politik" schockiert.

An Stelzer prallt die Kritik weitgehend ab: "Es war schon im Vorfeld klar, dass sich die üblichen Verdächtigen gleich in der ersten Sekunde mit ihrer Kritik melden werden. Aber es wird wohl auch Verfassungsrechtler in Österreich geben, die das anders beurteilen. Wir lassen den Passus jetzt juristisch prüfen – und halten klar an unserem Ziel fest." (Markus Rohrhofer, 03. 12. 2015)

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