SUV: Große kleine Japaner

7. Dezember 2015, 09:36
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Mazda, Nissan und Honda füllen das Segment der kompakten SUVs auf jeweils ganz eigene Art – von nobel über sportlich bis komfortabel

Eleganter als der Mazda CX-3 kann ein SUV aus Japan wohl nicht sein. Designspielereien, wie es sie am Nissan Juke zuhauf gibt, kennt der Mazda nicht. Mazda hat die Designsprache Kodo sehr beeindruckend ins Segment übertragen. Der aufgeräumte Innenraum mit dem weißen Leder der Sitze unterstreicht den noblen Eindruck. Und erst recht macht das der Motor, ein 150 PS starker Saug-Benziner. Denn Mazda macht auch bei den hohen Kompaktwagen nicht beim üblichen Downsizing der Motoren mit. Statt auf kleine Hubräume und künstliche Beatmung setzt man auf die hauseigene Spritspartechnologie Skyactiv, deren Besonderheit die hohe Verdichtung ist. Erst im CX-9 wird es einen Turbo geben.

foto: guido gluschitsch
Mazda CX-3 G150 AWDPreis: ab 26.190 € • Antrieb: Vierzylinder, Benziner, 1998 cm³ • Leistung: 112 kW (150 PS) • Beschleunigung: 8,7 sec 0–100 km/h • Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h • Verbrauch (gesamt): 6,4 l / 100 km

Ins Gelände fährt man mit so einem Beau nur ungern, auch wenn dem CX-3 ein wenig Schotterstraße nichts ausmacht – ganz im Gegenteil. Mit dem Allradantrieb kann man auf dem losen Untergrund sogar richtig Spaß haben – oder man wartet auf Schnee, um das ganze Potenzial der Kurzweile aus dem Mazda zu schöpfen.

foto: guido gluschitsch

Und weil man auch mit dem Nissan Juke Nismo RS nicht im Wald wüten wird, sondern eher einen Autoslalom fährt, haben wir uns für die 2WD-Version des Sport-Juke entschieden. Mit fast 220 PS ist er der stärkste SUV in diesem Trio, er lockt uns mit seinen optionalen Recaro-Sportsitzen und den Alcantara-Applikationen, die uns an deutlich teurere Sportwagen erinnern. Von der Position des Fahrers aus wird aber auch die Schwäche des Juke deutlich: Das Lenkrad lässt sich leider nur in der Höhe verstellen.

foto: guido gluschitsch
Nissan Juke Nismo 2WD Preis: ab 30.764 € • Antrieb: Vierzylinder, Benziner,
1618 cm³ • Leistung: 160 kW (218 PS) • Beschleunigung: 7,0 sec 0–100 km/h • Höchstgeschwindigkeit:
220 km/h • Verbrauch (gesamt): 7,2 l / 100 km

Abseits davon wird man begeistert sein, wenn man einen sportlichen SUV sucht, der sich von der Konkurrenz abhebt. Dann stören auch der recht kleine Kofferraum und die geringe Reichweite von rund 500 Kilometern pro Tankfüllung nicht. Aber mit seinem markanten Design werden Familien ohnedies weniger zur Hauptzielgruppe zählen als vielmehr junge Draufgänger.

foto: guido gluschitsch

Die können dafür mit dem Honda CR-V nicht viel anfangen, vorausgesetzt, das schnittige Design ist nicht der Kaufgrund. Denn der Honda ist der Solideste dieser drei Japan-SUVs. Mit dem optionalen Honda Sensing um 1896 Euro hat er, im Vergleich zu den anderen beiden SUVs, das umfassendste Paket an Sicherheitssystemen. Der CR-V pfeift den Fahrer durchaus öfter zurück, als das ein sensibler Beifahrer machen würde. Vorsichtige Menschen fühlen sich so sicherer, Japaner stehen da angeblich sogar drauf, aber wer glaubt, ohnedies der beste Pilot am Planeten zu sein, lässt sich nur ungern von einem Computer zurechtweisen.

foto: guido gluschitsch
Honda CR-V 1,6 i-DTEC 4WD 9-Gang-ATPreis: ab 37.995 € • Antrieb: Vierzylinder, Diesel,
1597 cm³ • Leistung: 118 kW (160 PS) • Beschleunigung:
10,4 sec 0–100 km/h • Höchstgeschwindigkeit:
197 km/h • Verbrauch (gesamt): 5,3 l / 100 km

Mit der 9-Gang-Automatik von ZF setzt sich der Honda endgültig von der Konkurrenz von der eigenen Insel ab. Das Getriebe und der 160 PS starke 1,6 Liter große Turbodiesel passen ideal zum Schmeichler mit seinem komfortablen Fahrwerk und der leichtgängigen Lenkung. (Guido Gluschitsch, 05.12.2015)

foto: guido gluschitsch

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Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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