Wie man einen Arbeitstag nicht beginnen sollte

10. Dezember 2015, 08:00
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Beginnt man seinen Tag im Büro, begeht man diverse Rituale, die dem Arbeiten oft nicht unbedingt zuträglich sind

Die ersten Minuten eines Arbeitstages entscheiden oft über seinen Verlauf – der "Business Insider" beschreibt auf Grundlage wissenschaftlicher Studien Rituale, mit denen man seinen Tag im Büro besser nicht beginnen sollte:

1. Zu spät kommen

Wie eine Untersuchung der University of Washington’s Foster School of Business zeigt, bewerten Chefs Mitarbeiter, die später zur Arbeit erscheinen, als weniger gewissenhaft und weniger effektiv – selbst wenn diese auch länger bleiben. Daher: Besser früher kommen und auch pünktlich gehen.

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2. Nicht grüßen

Grüßen ist ein Muss – das gilt auch, und vor allem, für Führungskräfte, sagt Karriere-Beraterin und Buchautorin Lynn Taylor: Grüßen Chefs nicht, werde das von den Mitarbeitern schnell als Mangel an Interesse gewertet, so Taylor. Wer das vermeiden möchte, sollte sich also zumindest zu einem "Hallo" durchringen, bevor er zum Schreibtisch sprintet.

3. Kaffee trinken

Viele Arbeitenden setzen meist sofort die Kaffeemaschine in Gang, sobald sie im Büro sind. Laut Erkenntnissen des Neurowissenschafters Steven Miller nicht die beste Strategie – man sollte erst nach 9.30 Uhr den ersten Kaffee trinken. Der Grund: Das Stresshormon Cortisol, das den Energiehaushalt regelt, erreicht zwischen 8 und 9 Uhr morgens seinen Höhepunkt.

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Kaffeekonsum vor 9 Uhr führt also dazu, dass der Körper aufhört, Cortisol zu produzieren, und sich stattdessen die notwendige Energie vom Koffein holt. Um 9.30 Uhr, wenn der Cortisol-Level beginnt abzunehmen, kann man den Koffein-Kick erst recht gebrauchen.

4. Ohne Plan starten

Ins Büro kommen und sofort loslegen? Keine gute Taktik, sagt Beraterin Lynn Taylor. Sie rät, zu erledigende Aufgaben zunächst zu priorisieren. Mit Hilfe einer To-do-Liste, die Aufgaben nach deren Wichtigkeit und Dringlichkeit ordnet, sei man effektiver.

5. Jede E-Mail beantworten

Die meisten kennen das Ritual: ins Büro kommen und gleich die ersten E-Mails beantworten, die sich seit dem Feierabend angesammelt haben. Geht es nach Michael Kerr, Business-Speaker und Buchautor, ist die effektivere Methode aber, zunächst einmal die eingegangen Nachrichten zu priorisieren und zu ordnen. Die wichtigsten können danach beantwortet werden, die anderen später.

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6. Angenehme Aufgaben zuerst erledigen

Studien zeigen, dass die Aufmerksamkeit im Laufe des Tages sukzessive abnimmt. Daher gilt: Alles Aufwändige, Lästige, das viel Konzentration erfordert, zuerst erledigen.

Diese Strategie wird im englischsprachigen Raum auch "Eating the frog" genannt, nach einem Zitat von Mark Twain: "Eat a live frog first thing in the morning and nothing worse will happen to you the rest of the day." (Iss einen lebenden Frosch in der Früh, dann wird dir im Lauf des Tages nichts Schlimmeres widerfahren.)

7. Multitasken

Am Morgen hat man die meiste Energie. Daher erliegt man oft dem Trugschluss, ohne Probleme mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigen zu können. Das menschliche Gehirn ist aber nicht zum Multitasking geschaffen, sagt der deutsche Hirnforscher Martin Korte. Es führe lediglich zu hoher Fehleranfälligkeit und Konzentrationsschwäche.

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8. In negativen Gedanken schwelgen

Sei es ein Streit mit der Partnerin oder dem Partner, ein verpatzter Urlaub – private Probleme lenken vom Arbeiten ab. Taylor empfiehlt, Alltagssorgen im Büro, so gut es geht, "zur Seite zu schieben", im Gehirn "eine eigene Box dafür" anzulegen – und zu einem späteren Zeitpunkt darauf zurück zu kommen.

9. Ein Meeting abhalten

Morgendliche Meetings sind eine Verschwendung kognitiver Ressourcen. Wie Laura Vanderkam, Autorin des Buches "Was erfolgreiche Menschen vor dem Frühstück tun", erklärt, sollten die frühen Morgenstunden für Aufgaben genutzt werden, die Fokus und hohe Konzentration erfordern, zum Beispiel das Erstellen einer Präsentation.

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Der gute Rat: Konferenzen, wenn möglich, auf den späten Nachmittag verschieben. Außer die Treffen erfordern ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Konzentration, dann gehören sie weiterhin ins Morgenprogramm.

10. Keiner Routine folgen

Eine Morgenroutine spart dem Gehirn Energie, denn dann läuft es automatisch, sagt Charles Duhigg, Autor des Buches "The Power of Habit". Wer eine feste Abfolge für täglich zu erledigende Aufgaben entwickle, arbeite effektiver. (lib, 10.12.2015)

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