Staatsanwaltschaft ermittelt nach Semmering-Bahnunfall

3. Dezember 2015, 14:08
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Ein Lokführer im Spital, Verdacht auf fahrlässige Körperverletzung –ÖBB wollen Strecke am 14. Dezember freigeben

Schottwien/Mürzzuschlag – Der Bahnunfall im niederösterreichischen Semmering-Gebiet am Dienstag war nach ÖBB-Angaben auf eine Kollision zurückzuführen. Ein Güterzug war demnach aus vorerst unbekannter Ursache zurückgerollt und mit einer nachfolgenden Hilfs-Lok zusammengestoßen. Beide Triebfahrzeugführer erlitten Schocks. Einer wurde leicht verletzt, er erlitt unter anderem Prellungen.

ÖBB-Sprecher Christopher Seif bezeichnete die Ermittlungen am Mittwoch als "mühevolle Kleinarbeit". Der Unfallort im Pollereswand-Tunnel zwischen zwei Viadukten bzw. zwischen Breitenstein und Semmering sei "extrem schwer und nur über den Schienenweg zugänglich". Zudem hätten die geschockten Triebfahrzeugführer vorerst nicht einvernommen werden können.

Ursache für Zugtrennung unklar

Laut Seif waren zwei Güterzüge auf der Semmering-Bergstrecke unterwegs gewesen. Bei der vorderen Garnitur sei es aus ebenfalls vorerst ungeklärter Ursache zu einer Zugtrennung – Waggons hatten sich gelöst – gekommen. Der nun zweite Teil samt Triebfahrzeug am Ende hätte nach Breitenstein zurückgeführt werden sollen.

Selbiges war daher für den nachfolgenden Güterzug notwendig, für den dazu eine Hilfs-Lok angefordert wurde. Noch ehe diese eintraf, rollte die Garnitur jedoch rück- und talwärts. Die Kollision war die Folge. Waggons sprangen aus den Gleisen.

Freigabe für 14. Dezember geplant

Die ÖBB wollen die Bahnstrecke laut Seif am 14. Dezember mit Betriebsbeginn 3.30 Uhr wieder freigeben. Ursprünglich waren die Bundesbahnen von einer bis zu dreiwöchigen Sperre ausgegangen.

Ein Ersatzverkehr mit Autobussen wurde eingerichtet: für den Fernverkehr im Abschnitt Gloggnitz – Mürzzuschlag, für den Nahverkehr von Payerbach-Reichenau bis Semmering (in Ausnahmen aus betrieblichen Gründen ebenfalls bis Mürzzuschlag, wie auf der ÖBB-Website informiert wurde). Die Fahrzeit auf die Passhöhe bzw. durch die niederösterreichisch-steirische Semmering-Tunnelkette sei "unwesentlich länger", sagte der ÖBB-Sprecher. Der Ersatzverkehr ist aufrecht, so lange die Südbahnstrecke im betroffenen Bereich (Breitenstein – Semmering) gesperrt bleibt.

Auf der Südbahn über den Semmering sind nach ÖBB-Angaben etwa 57.000 Fahrgäste pro Woche in beide Richtungen unterwegs. Täglich verkehren 57 Fern- und acht Nahverkehrs sowie etwa 100 Güterzüge. (APA, 3.12.2015)

  • Die Unfallstelle im Pollereswand-Tunnel
    foto: apa/öbb

    Die Unfallstelle im Pollereswand-Tunnel

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