Wie man Chef wird

3. Dezember 2015, 14:33
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Das Hernstein-Institut fragte 1.500 Führungskräfte, was sie ihrem Nachwuchs empfehlen würden

Für den aktuellen Hernstein-Management-Report wurden 1.500 Führungskräfte in Österreich und Deutschland zum Berufsbild Führungskraft befragt. Bei der Frage, wie es die Befragten in den Chefsessel geschafft haben, gaben 40 Prozent Engagement an, 35 Prozent sagten, hohe Leistungsbereitschaft habe sie zum Erfolg gebracht.

Engagement, Lernbereitschaft

Entsprechend raten auch rund die Hälfte (48 Prozent) der Befragten jungen Menschen, die eine Führungsrolle anstreben, Engagement und Leistungsbereitschaft zu zeigen. Mit den immer schnelleren Veränderungen, sei es sozial oder technologisch – Stichwort Digitalisierung –, gewinne auch Lernbereitschaft bei Führungskräften an Bedeutung, sagt Eva-Maria Ayberk, Leiterin des Hernstein-Instituts. Diese wurde von 24 Prozent genannt, darunter falle auch "Mut, Fehler zu machen. Denn Leadership bedeutet, sich rasch an neue Verhältnisse anzupassen."

Integrität und Authentizität raten 19 Prozent den jungen Menschen für ihre Führungskarriere. Mentorinnen und Mentoren im Unternehmen zu haben halten 13 Prozent für wichtig. Als weniger relevant wurden das "Prinzip Zufall" (sieben Prozent) und private Kontakte (drei Prozent) identifiziert.

foto: hernstein institut
Welche Eigenschaften sollte der Management-Nachwuchs unter Beweis stellen?

Karriereziel Chef

61 Prozent der befragten Führungskräfte hatten schon in den ersten Jahren ihrer Karriere die Absicht, Führungskraft zu werden. Hier zeigen sich klare Unterschiede zwischen den Geschlechtern und den verschiedenen Führungsebenen. Den Berufswunsch Führungskraft hatten 65 Prozent der männlichen Führungskräfte, bei den weiblichen Führungskräften waren es nur 53 Prozent.

"Chefsein" war vor allem Führungskräften der oberen Ebene und Selbstständigen schon früh ein Anliegen. 43 Prozent der oberen Führungskräfte und 56 Prozent der Selbstständigen hatten schon in den ersten Jahren ihrer Berufslaufbahn Führungsambitionen. Bei den Führungskräften der unteren Ebene hatten das hingegen nur 23 Prozent. 29 Prozent dieser Führungsebene hatten nie die Absicht, später eine Führungsfunktion zu übernehmen.

foto: hernstein institut
Würden Sie Freunden Ihren Job empfehlen?

Weiterempfehlung

Würden sie Freunden zu einem Job mit Führungsverantwortung raten? Hier antworteten 70 Prozent der Befragten mit Ja. Interessanterweise scheint die Empfehlungsrate in der oberen Managementebene ausgeprägter als in der unteren zu sein: 41 Prozent der oberen Führungskräfte empfehlen den Beruf Führungskraft voll und ganz, bei den Führungskräften des unteren Managements tun das nur 19 Prozent. Unternehmensbranche und Betriebsgröße spielen offenbar keine Rolle. (lib, red, 3.12.2015)

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