E-Zigaretten: Die Debatte geht weiter

3. Dezember 2015, 13:58
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Wie ungesund ist das Dampfen? Darüber scheiden sich die Geister. Unternehmer Kurt Rauscher kritisiert einen "Kreuzzug, der jeglicher Grundlage entbehrt"

E-Zigaretten werden als gesündere Alternativen zum Rauchen von normalen Zigaretten verkauft. Ob und wie viel gesünder sie tatsächlich sind, ist strittig. Die meisten Experten sind sich einig, dass durch die ausbleibende Verbrennung zumindest die Zahl der entstehenden und infolge inhalierten Schadstoffe deutlich niedriger ist.

Kurt Rauscher, Geschäftsführer von steamzone.at, äußert nun seine Kritik gegen die geplante Gleichstellung von Dampfen und Rauchen. "Obwohl es weltweit mehr als 350 Studien gibt, die belegen, dass Dampfen weitaus gesünder als Rauchen ist, werden in Österreich politisch motivierte Entscheidungen getroffen, die beim besten Willen nicht mehr nachvollziehbar sind", sagt Rauscher.

Studie: Dampfen weniger schädlich

Und verweist auf eine erst im Spätsommer von Public Health England veröffentlichte Studie, derzufolge das Dampfen um 95 Prozent weniger schädlich als herkömmliches Rauchen. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass E-Zigaretten helfen können, das Rauchen aufzugeben und daher das Potenzial habe, die öffentliche Gesundheit insgesamt zu revolutionieren.

Viele Experten sehen das aber kritisch, etwa Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum: "Egal ob E-Zigaretten oder die altmodische Wasserpfeife, das Rauchen bleibt ungesund". Sie verweist auf mögliche kanzerogene Effekte der inhalierten Aerosole. Langzeitstudien dazu gibt es, aufgrund der erst sehr jungen E-Zigaretten, allerdings noch nicht.

Kreuzzug ohne Grundlage?

Genau das kritisiert wiederum Rauscher: "Hier wird ein Kreuzzug geführt, der jeglicher Grundlage entbehrt. Alle Äußerungen sind Mutmaßungen und im Konjunktiv gehalten", klagt Rauscher und kritisiert die 2014 verabschiedete EU-Direktive, die eine Gleichstellung von Dampfen und Rauchen vorsieht. Und bis Mai 2016 in ein nationales Gesetz übergehen soll.

"Während man in England und Frankreich alle Anstrengungen unternimmt, Raucher zum Dampfen zu motivieren, herrscht in Österreich eine Mentalität des Verbietens und Verhinderns vor", sagt der Unternehmer. Zulasten der Bevölkerung, die ein höheres Risiko eingehe als eigentlich nötig wäre. Was er nicht sagt: Noch besser und zweifellos am gesündesten ist es, gar nicht zu rauchen. (red, 3.12.2015)

  • E-Zigaretten werden nach wie vor kontrovers diskutiert.
    foto: apa/dpa/marcus brandt

    E-Zigaretten werden nach wie vor kontrovers diskutiert.

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