Schießerei in Kalifornien: Verdächtige brachten offenbar auch Sprengsätze an

Video3. Dezember 2015, 11:16
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Der Volltext dieses auf Agenturmeldungen basierenden Artikels steht aus rechtlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung.

Hintergrund: Waffen und Waffenrecht in den USA

In den USA sind mehr Waffen in Privatbesitz als in jedem anderen Land der Welt – Statistiker gehen von rund 262 bis 310 Millionen aus (Stand 2012). Auf 100 Einwohner kommen demnach im Schnitt 89 Waffen. Fast ein Drittel der erwachsenen US-Bürger besitzt mindestens eine Handfeuerwaffe oder ein Gewehr.

Zum großen Teil seien dies weiße, verheiratete Männer über 55 Jahren, wie eine im Fachjournal "Injury Prevention" im Juni 2015 vorgestellte Studie ergab. Demnach starben allein im Jahr 2013 33.636 Menschen in den USA durch Schusswaffen, 84.258 wurden verletzt.

grafik: apa

Das US-Waffenrecht ist von Bundesstaat zu Bundesstaat verschieden, es gibt ein Durcheinander Tausender nationaler, bundesstaatlicher und kommunaler Vorschriften. Das "Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen" war 1791 im zweiten Zusatzartikel zur Verfassung verbrieft worden. Das Prinzip galt lange ohne größere Einschränkungen.

Der Oberste Gerichtshof sprach 2008 den Bürgern ein Grundrecht auf Waffenbesitz zu. Die höchsten Richter erklärten ein Gesetz in der Hauptstadt Washington für verfassungswidrig, das Handfeuerwaffen im Besitz von Privatbürgern verboten hatte. 2010 kippte das Gericht auch das strikte Waffenverbot in Chicago (Illinois). Die Urteile wurden als Sieg der einflussreichen Organisation der US-Waffenbesitzer NRA gewertet.

2013 machte US-Präsident Barack Obama schärfere Waffengesetze zu einem seiner innenpolitischen Hauptanliegen, nachdem es an einer Volksschule in Newtown (Bundesstaat Connecticut) zu einem Massaker gekommen war. Obama scheiterte aber am Kongress und am Einfluss der Waffenlobby.

Die tödlichsten Schießereien der vergangenen Jahre in den USA

18. Juli 1984: In einem McDonald's-Restaurant im kalifornischen San Ysidro schießt ein arbeitsloser Wachmann um sich. 21 Menschen sterben.

16. Oktober 1991: Ein Mann rast mit seinem Pick-up-Truck durch die Frontscheibe eines Restaurants im texanischen Killeen. Anschließend feuert er dort um sich und tötet 22 Menschen. Der Täter erschießt sich danach selbst.

20. April 1999: An der Columbine-Schule in Littleton im Bundesstaat Colorado erschießen zwei schwarz gekleidete und vermummte Jugendliche zwölf Mitschüler und einen Lehrer. Danach töten sie sich selbst.

29. Juli 1999: Ein 44-jähriger Börsenspekulant tötet in Atlanta im Bundesstaat Georgia seine beiden Kinder und seine Frau. Anschließend eröffnet er in zwei Maklerbüros das Feuer und tötet neun Menschen, bevor er sich selbst tötet.

21. März 2005: In Red Lake im Bundesstaat Minnesota richtet ein Jugendlicher in einer Schule ein Blutbad an und tötet sich anschließend selbst. Neun Menschen sterben, unter ihnen fünf Schüler und eine Lehrerin. Zuvor hatte der Schüler seinen Großvater und dessen Lebensgefährtin getötet.

16. April 2007: Bei dem bisher blutigsten Amoklauf an einer US-Hochschule sterben an der Virginia Tech in Blacksburg mindestens 33 Menschen, darunter der Täter.

24. Dezember 2008: Ein Amokläufer im Weihnachtsmannkostüm erschießt auf einer Weihnachtsfeier in Covina, am Stadtrand von Los Angeles, neun Gäste und tötet sich anschließend selbst.

3. April 2009: In der Stadt Binghamton im Bundesstaat New York erschießt ein Mann aus Vietnam in einem Zentrum für Einwanderer 13 Menschen.

5. November 2009: Ein Militärpsychiater eröffnet auf einer US-Militärbasis in Texas das Feuer. Der Mann mit palästinensischen Wurzeln tötet 13 Menschen und verletzt 32 weitere, bevor er überwältigt werden kann.

12. Oktober 2011: Im kalifornischen Badeort Seal Beach schießt ein Mann wegen eines Sorgerechtsstreits mit seiner Ex-Frau in einem Friseurladen um sich. Er tötet acht Menschen, darunter die Mutter seines Kindes.

2. April 2012: Ein 43-Jähriger tötet in einer religiösen Universität im Bundesstaat Kalifornien sieben Menschen und verletzt drei weitere. Anschließend stellt er sich der Polizei. Die Opfer mussten sich in einer Reihe vor einer Mauer aufstellen, bevor sie erschossen wurden.

20. Juli 2012: In einem Kino in Aurora im Bundesstaat Colorado eröffnet ein Mann während der Premiere des neues "Batman"-Films das Feuer. Zwölf Menschen sterben, 58 weitere werden verletzt. Der Amokläufer wird festgenommen.

14. Dezember 2012: Ein junger Mann dringt in die Sandy-Hook-Grundschule in Newtown im Bundesstaat Connecticut ein und erschießt dort 20 kleine Kinder und sechs Erwachsene. Zuvor hatte er zu Hause bereits seine Mutter getötet. Nach der Tat nimmt sich der 20-jährige Todesschütze das Leben.

16. September 2013: Ein Mann, der für einen Subunternehmer des Verteidigungsministeriums arbeitet, eröffnet in Washington das Feuer in den Büros der US-Marine. Er erschießt zwölf Menschen, bevor er selbst von der Polizei erschossen wird.

17. Juni 2015: Ein junger Weißer, offenbar ein Rassist, erschießt in einer Kirche in Charleston im Bundesstaat South Carolina neun Schwarze.

1. Oktober 2015: Mindestens zehn Menschen werden am Umpqua Community College in der Kleinstadt Roseburg im Bundesstaat Oregon erschossen. Der Täter, der später von der Polizei getötet wird, verletzt zudem sieben weitere Menschen. (APA)

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