Psychische Erkrankungen: Was die Menschen interessiert

2. Dezember 2015, 16:03
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Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft befragte die Bevölkerung, welche Fragestellungen zu psychische Erkrankungen erforscht werden sollten

Wien – Patienten, deren Angehörige und Fachleute haben der Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) geholfen, Themen im Bereich psychischer Erkrankungen zu identifizieren, die dringend erforscht werden sollten. Dazu zählt etwa die Gesundheit von Kindern psychisch Erkrankter oder die Entstigmatisierung von psychischen Erkrankungen. Die Ergebnisse des Bürgerbeteiligungsprojekts wurden nun in Wien präsentiert.

Vor einem Jahr hat die LBG das Projekt "Reden Sie mit!" gestartet und Betroffene, Angehörige, Experten und Interessierte aufgefordert, Forschungsfragen zu psychischen Erkrankungen mitzuentwickeln. Im Fachjargon wird das Vorgehen, die Bevölkerung in den wissenschaftlichen Forschungsprozess einzubinden, "Open Innovation" genannt.

Entstigmatisierung und Prävention

Die Online-Plattform wurde von 20.000 Personen aus 80 Ländern besucht. Insgesamt gab es rund 400 Beiträge aus der "Crowd", die analysiert, thematisch zusammengefasst und neuerlich vom Publikum bewertet wurden. Daraus haben die Wissenschafter drei Themenfelder identifiziert, deren Erforschung für die Beteiligten besonders dringlich seien.

So ist man daran interessiert, die Rolle der Betroffenen bei der Entstigmatisierung von psychischen Erkrankungen zu erforschen. Weiters will man wissen, wie verhindert werden kann, dass Kinder aus Familien mit psychisch Erkrankten selbst psychisch erkranken. Schließlich sollte es darum gehen, die optimalen Rahmenbedingungen für die Betreuung psychisch Erkrankter zu erforschen.

Die LBG will nun die Ergebnisse des Projekts rasch in konkrete Forschungsaktivitäten umsetzen. Dazu sei man weltweit auf der Suche nach den besten Trägern für Forschungsprojekte, die sich diesen Fragen widmen, sagte LBG-Geschäftsführerin Claudia Lingner. (APA, 2.12.2015)

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