Grossnigg will bei Anker und Bene umrühren

2. Dezember 2015, 13:09
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Jobs fallen weg – Keine Standortzusammenlegung von Bene und Neudoerfler geplant – Bäcker leidet unter Hofer-Backshops

Wien/Waidhofen a.d. Ybbs – Der Investor Erhard Grossnigg will bei Ankerbrot und beim Büromöbelhersteller Bene stark umstrukturieren. Bei Bene steht eine weitere Kündigungswelle bevor. "Wir werden uns noch einmal von vielen Mitarbeitern trennen müssen, um die Strukturen den Umsätzen anzupassen", sagte Grossnigg dem aktuellen "Industriemagazin". Bisher sei da nicht viel passiert, weil Kündigungen Geld kosteten.

"Bene muss grundlegend umgebaut werden. Da ist in der Vergangenheit viel schief gegangen, vor allem auf der Kostenseite", so Grossnigg, der den angeschlagenen niederösterreichischen Büromöbelfabrikanten kürzlich gemeinsam mit dem früheren Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (ÖVP) übernommen hat.

Keine Zusammenlegung

Grossnigg hat neben Bene auch den Möbeltischler Neudoerfler im Portfolio. Die beiden Firmen wurden in eine Holding eingebracht, so Grossnigg. Ob da Synergien zu heben sind? Diese werde es geben, aber eine Zusammenlegung der Standorte sei nicht geplant, wird Grossnigg zitiert.

Bene mit Sitz in Waidhofen an der Ybbs hat in den vergangenen Monaten schon viele Jobs gestrichen. Ende Juli beschäftigte das Unternehmen 920 Mitarbeiter, zu Jahresbeginn waren es noch fast 1.050 gewesen.

Auch bei Ankerbrot "müssen wir ordentlich umrühren", sagte Grossnigg. Zum einen muss Ankerbrot seine Mitarbeiter nach dem industriellen Kollektivvertrag entlohnen, während die Konkurrenz nach dem günstigeren gewerblichen KV bezahlen kann. "Das sind fast 20 Prozent Unterschied – bei einem Lohnkostenanteil von 40 Prozent. Dieser Nachteil ist nicht aufzuholen", meint Grossnigg.

40 Prozent des Umsatzs

Zum andere müsse Ankerbrot die Produktion modernisieren. Und: Der derzeit 60-prozentige Umsatzanteil aus der industriellen Lieferung von Backwaren an Lebensmittelketten sinke wegen der neuen Rivalen – Stichwort Back-Shops bei Hofer. Darauf müsse man sich einstellen, so Grossnigg. Die Anker-Filialen machen nur 40 Prozent des Umsatzes aus.

Grossniggs Gesellschaften Austro-Holding und Grosso-Holding halten inzwischen 81,25 Prozent an Ankerbrot. Zuletzt hat der Investor die Anteile der Familie Ostendorf zur Gänze übernommen. Als neuer Anker-Geschäftsführer ist Andreas Schwarzenberger bestellt, früher Geschäftsführer der Austro-Holding. Schwarzenberger ersetzt Peter Ostendorf, der in den Aufsichtsrat wechselt. 18,75 Prozent an Ankerbrot hält die Großbäckerei Ölz. (APA, 2.12.2015)

  • Der Kollektivvertrag bei Anker sei zu teuer, sagt Investor Grossnig.
    foto: ankerbrot

    Der Kollektivvertrag bei Anker sei zu teuer, sagt Investor Grossnig.

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