Hader holt im "Landkrimi" oamoi oa Oa oder zwoa – Forum zum Mitdiskutieren

Umfrage3. Dezember 2015, 16:09
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Am Donnerstag lief "Der Tote am Teich" in ORF 1. derStandard.at-Check und Umfrage: Was halten Sie vom Morden in Österreichs Norden?

Drei neue "Landkrimis" zeigt der ORF an den nächsten Donnerstagen. Den Auftakt machte Oberösterreich: Im verschneiten Mühlviertel stößt Maria Hofstätter auf verschlossenes Dorfvolk, darunter Josef Hader, aus dem– wir ahnen es – nur vordergründig nichts mehr herauszubekommen ist, der aber in Wahrheit mehr Herz hat, als ihm lieb ist. In weiteren Rollen spielen Erni Mangold, Philipp Hochmair, Martina Spitzer, Karola Niederhuber, Wiltrud Schreiner, Ferry Öllinger.

Der Fall: Auf dem zugefrorenen Gemeindeteich liegt die übel zugerichtete Leiche eines Urlaubers. Der Mann wurde mit einem Eisstock erschlagen. Wie sich in späterer Folge herausstellt, nicht nur das: Giftige Bohnen vom "Wunderbaum" entdeckt die Pathologie, einer Pflanze, die darauf hindeutet, dass der Mörder ein hiesiger ist. Die ersten Ermittlungen führen denn auch zu Cousinen und anderem Weibsvolk und einem polnischen Pfarrer.

Die Fakten: "Der Tote am Teich" ist eine HD-Koproduktion von ORF, ARTE und Lotus-Film GmbH. Das Drehbuch stammt von Susanne Freund, Regie führte Nikolaus Leytner. Die Gesamtherstellungskosten beliefen sich auf rund 1,73 Mio. Euro. Davon finanzierte der Fernsehfonds Austria 519.000 Euro.

Die Ermittler: Die erfahrene Linzer Kriminalbeamtin Grete Öller (Maria Hofstätter), Typ: kettenrauchende Alleingängerin mit Hauskatze, leitet die Untersuchungen. Naturgemäß nicht erfreut ist sie über eine die zur Seite gestellte junge Assistentin Lisa Nemeth (Miriam Fussenegger). Nach und nach raufen sich die beiden aber zusammen, und es entsteht so etwas wie Freundschaft. Die Katze der Grete kommt bei Sepp Ahorner (Josef Hader) unter. Der ehemalige Polizist ist traumatisiert und wohnt bei seiner Mutter (Erni Mangold). Geht gern Schneeschuhwandern und entdeckt dabei so manches, unter anderem auch die Leiche.

Authentizität: Ist gegeben. Hader und Hofstätter, beide gebürtige Oberösterreicher, spielen die Dialektkarte aus und stechen damit zielsicher wie beim Bauernschnapsen.

Beste Szene: Mehrere kleine, feine Momente: Zum Beispiel, als die den Ahorners anvertraute Katze prompt verschwindet, was Mutter Ahorner mehr erstaunt als entsetzt kommentiert: Die Katze sei "davon wie ein Pfitschipfeil. Hätt' i ihr gar ned zugetraut, bei der Fett'n." Oder Lisas K.o.-Schlag beim Perchtenlauf.

Spannungsfaktor: Leider nein. Trüb wie Mühlviertler Moorwasser dümpelt der Fall vor sich hin. Die Identität des Mörders ist keine Überraschung. Ein Subtext ist nicht auszumachen. Der Schluss unter dem Motto "Wir haben uns jetzt alle lieb" ist ein Witz. Immerhin: Wir sehen schöne Bauernhöfe und Schnee.

Stärken: Die Landschaft, der Schnee und das geerdete Ensemble, bis in die Nebenrollen wunderbar besetzt.

Schwächen: Dass vor soviel Bemühen um sprachliche Authentizität die Geschichte im Schneegestöber verblasen wird, ist schade. Wie so oft hapert es in österreichischen TV-Krimis an der Geschichte. Keine der Figuren erhält Profil, die Bemühungen um Charakterschärfung bleiben ergebnislos, der Fall letztlich uninspiriert. Viel mehr, als die gut abgehangene Erkenntnis, dass Landvolk verschwiegen ist, lässt sich kaum herausdestillieren. Strahlender Sonnenschein im Winter im Mühlviertel? Wer's glaubt!

Note: 3 – der Hauptdarsteller wegen! (Doris Priesching, 3.12.2015)

Und was ist Ihre Meinung zum oberösterreichischen "Landkrimi"?

ORF-"Landkrimis" gab es schon aus Niederösterreich, Vorarlberg und der Steiermark. Am 10. Dezember folgt die Ausgabe aus dem Burgenland von Barbara Eder, mit Andreas Lust. Am 17. Dezember ermittelt Gerhard Liebmann in Andreas Prochaskas "Wenn du wüsstest, wie schön es hier ist".

  • "Landkrimi" aus Oberösterreich: Mit dem Eisstock am Eislaufplatz erschlagen und außerdem vergiftet.
    foto: orf

    "Landkrimi" aus Oberösterreich: Mit dem Eisstock am Eislaufplatz erschlagen und außerdem vergiftet.

  • Maria Hofstätter ermittelt unter den verschlossenen Bewohnern des Dorfes.
    foto: orf

    Maria Hofstätter ermittelt unter den verschlossenen Bewohnern des Dorfes.

  • Josef Hader spielt den Ex-Bullen.
    foto: orf

    Josef Hader spielt den Ex-Bullen.

  • Erni Mangold ist seine "Mama".
    foto: orf

    Erni Mangold ist seine "Mama".

  • Die Cousinen vom Sepp Ahorner: Wiltrud Schreiner (Christl Pfoser), Karola Niederhuber (Geli Pfoser), Martina Spitzer (Gertrud Pfoser).
    foto: orf

    Die Cousinen vom Sepp Ahorner: Wiltrud Schreiner (Christl Pfoser), Karola Niederhuber (Geli Pfoser), Martina Spitzer (Gertrud Pfoser).

  • Grete Öller stößt auf eine Reihe von Verdächtigen, darunter Erol Nowak (Robert Hause) und eine nicht näher bekannte Schiachperchte.
    foto: orf

    Grete Öller stößt auf eine Reihe von Verdächtigen, darunter Erol Nowak (Robert Hause) und eine nicht näher bekannte Schiachperchte.

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