Spanische Hofreitschule in Brauchtums-Welterbeliste

2. Dezember 2015, 10:33
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Nun drei österreichische Brauchtümer im Verzeichnis vertreten

Wien – Hohe Auszeichnung für die Spanische Hofreitschule: Sie ist in das Verzeichnis für das immaterielle Kulturerbe der Unesco aufgenommen worden. Konkret gelistet ist die Tradition der Klassischen Reitkunst, die seit 450 Jahren in Wien gepflegt und mündlich von einer Bereitergeneration zur nächsten weitergegeben wird, teilten Hofreitschule und Unesco am Mittwoch in einer Aussendung mit.

Die Entscheidung über die Aufnahme der Hofreitschule fiel im Rahmen einer Tagung des Zwischenstaatlichen Komitees des Unesco-Übereinkommens zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes in Windhoek in Namibia. Die Hofreitschule bemühte sich schon seit längerem um die Auszeichnung. Dafür musste die Traditionseinrichtung zunächst einmal in die Liste des nationalen Unesco-Kulturerbes aufgenommen werden, was 2010 geschah.

Die Spanische Hofreitschule ist die älteste Reitschule der Welt, in der die klassische Reitkunst in der Renaissancetradition der "Hohen Schule" seit Jahrhunderten gepflegt wird. Bekannt ist diese auch für die "Schulen über der Erde". Dazu zählen die Figuren Kapriole, Levade und die Courbette.

Die Unesco beschloss 2003, auch Volksbräuche und Traditionen als Kulturgüter anzuerkennen. Mit der Eintragung auf der Kulturliste sollen die oft Jahrhunderte alten und noch immer in einem Land oder bei einer ethnischen Minderheit lebendigen, oft nur mündlich überlieferten Sitten eine besondere Wertschätzung erhalten. Bisher haben 163 Staaten das entsprechende Übereinkommen ratifiziert.

Die internationale Brauchtumsliste umfasst mittlerweile rund 300 Traditionen aus aller Welt – angefangen vom spanischen Flamenco über das mongolische Naadamm-Festival und die chinesische Akupunktur bis hin zur iranischen Teppichknüpfkunst. Mit der nun in Namibia getroffenen Entscheidung befinden sich nun auch drei österreichische Traditionen auf der internationalen Liste – neben der Reitkunst auch das Imster Schemenlaufen und die Falknerei. (APA, 2.12.2015)

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