... nachgefragt bei Andreas Schett

Kolumne7. Dezember 2015, 10:05
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Michael Hausenblas fragt den Musiker und Herausgeber Andreas Schett nach dem Werkzeug seines Vaters

"Die Spachtel und das Stemmeisen sind Erinnerungsstücke an meinen Vater, der vor drei Jahren gestorben ist. Ich bewahre sie in meinem Büro auf. Mein Vater war Imker und benötigte dieses Werkzeug, um die Waben aus dem Bienenstock zu nehmen. Aber nicht nur dazu, er machte damit auch Musik, sehr nützliche Musik. Wenn ein Bienenschwarm abzuhauen versucht und man ein gleichbleibendes, metallisches Geräusch erzeugt, lassen sich die Bienen dort nieder, wo sie dieses Geräusch hören.

Das hat mich schon als Kind fasziniert. Später, als ich im Gymnasium Altgriechisch lernte, hab ich gelesen, dass die Erdmutter Gaia vor der Erdhöhle saß, in der Zeus geboren wurde, und auf zwei bronzene Schalen klopfte, um den Bienen diesen Ort zu weisen. Es hat mich unglaublich beeindruckt, wie ein Wissen über eine derart lange Zeit weitergegeben werden kann." (Michael Hausenblas, RONDO, 4.12.2015)

Andreas Schett ist Trompeter und Komponist beim Ensemble Franui, Betreiber des Musiklabels col legno sowie Chefredakteur und Herausgeber der Kulturzeitschrift"Quart".

  • Andreas Schett: "Mein Vater machte mit dem Werkzeug sehr nützliche Musik."
    foto: nathan murrell

    Andreas Schett: "Mein Vater machte mit dem Werkzeug sehr nützliche Musik."

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