Wartezeiten für Operationen: Risiko und Nebenwirkung

Kommentar1. Dezember 2015, 20:18
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Der Fehler liegt im Management und im System

Die Wartezeiten für planbare Operationen sind zu lang. Das kann eine Nebenwirkung der seit Jänner geltenden 48-Stunden-Woche für Ärzte sein; aber diese Diagnose greift zu kurz.

Durch das Warten entsteht ein Risiko für Patienten, aber auch für das Gesundheitssystem. Denn Warten kostet: die Patienten Leid und Kraft, die Volkswirtschaft Arbeitskräfte und das Gesundheitssystem Glaubwürdigkeit.

Die Reduzierung der Arbeitszeit für Ärzte war längst überfällig, das steht außer Frage. Die Ausführung war jedoch typisch österreichisch: langes Zuwarten, ein Husch-pfusch-Gesetz, das die Strukturen in Krankenhäusern nicht genügend berücksichtigt, und schließlich wieder abwarten, ob sich die Probleme von selbst lösen.

Das tun sie aber nicht. Der Fehler liegt im Management und im System. Für die Akutoperationen wird zwar vorgesorgt, aber die Spitalsträger müssen genügend Ärzte einstellen, damit diese Noteingriffe nicht auf Kosten der wartenden Patienten gehen.

Wenn es in einigen wichtigen Bereichen zu wenige Fachärzte gibt, dann ist das ein Symptom dafür, dass die Arbeitsbedingungen in Krankenhäusern nicht stimmen. Und wenn Patienten über die Privatordination des behandelnden Arztes schneller einen Operationstermin bekommen, dann bewegen wir uns immer mehr in Richtung Zwei-Klassen-Medizin. Das ist tatsächlich ein Risiko. (Marie-Theres Egyed, 1.12.2015)

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