Berliner Museumschefin bremst Euphorie um mögliches Nofretete-Grab

1. Dezember 2015, 17:00
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"Hochspannend, aber spekulativ"

Kairo/Berlin – Die Direktorin des Ägyptischen Museums in Berlin, Friederike Seyfried, hat die Euphorie um eine mögliche Entdeckung des Grabes der Pharaonengattin Nofretete in Ägypten gebremst. Eine entsprechende viel beachtete Theorie des britischen Archäologen Nicholas Reeves sei zwar hochspannend, aber in Teilen noch spekulativ: "Ich weiß gar nicht, wo man bei den vielen "hättes" und "wäres" anfangen soll."

Reeves hatte mit einem Aufsatz über Linienstrukturen in zwei Wänden der 1922 entdeckten Grabkammer des Kindkönigs Tutanchamun (um 1330 v. Chr.) für Aufsehen gesorgt. Er erkannte in ihnen vermauerte Durchgänge. Dass es gerade Nofretete sei, die sich hinter der Kammer verbergen soll, erklärt Reeves gegenüber der dpa unter anderem mit der Verbindung zwischen ihr und Tutanchamun. Nofretete war dessen Stiefmutter und – in Reeves Theorie – gleichzeitig seine Vorgängerin als Pharaonin.

Hohlräume hinter diesen Wänden hielten viele ihrer Kollegen und auch sie selbst für durchaus plausibel, sagte Seyfried. Doch nun müssten kürzlich gemachte Radarbilder erst einmal ausgewertet werden, um belastbare Informationen zu bekommen. Selbst wenn sich hinter der Wand der Grabkammer Tutanchamuns aber nur eine kleinere Kammer ohne Sarkophag verberge, wäre dies "schon wirklich toll": "Jede Entdeckung, die uns bei Tutanchamun weiterbringt, ist für uns als Wissenschafter von großer Bedeutung." (APA, 1.12.2015)

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