Nationalbank rechnet im kommenden Jahr mit stärkerem Wachstum

1. Dezember 2015, 16:43
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Nowotny: Steuerreform und Ausgaben für Flüchtlinge bringen zusätzliche Prozentpunkte – Inflation noch zu gering – Aussichten für Banken gedämpft – Bisher 10 Tonnen Gold zurückgeholt

Wien – Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny geht davon aus, dass Österreichs Wirtschaft im kommenden Jahr stärker wachsen wird als 2015. Er machte dafür im Finanzausschuss des Nationalrates vor allem Sondereffekte verantwortlich. So werde sich die Steuerreform mit einem Plus von 0,4 Prozentpunkten auswirken, und die Ausgaben für Flüchtlinge einen jährlichen Wachstumsschub von 0,3 Prozentpunkten bringen.

Im Juni hatte Nationalbank zuletzt ihre Wachstumsprognose für 2016 von 1,6 auf 1,9 Prozent erhöht. Eine aktualisierte Konjunkturprognose werden die Nationalbank-Ökonomen am 12. Dezember veröffentlichen.

Wie Nowotny heute im Finanzausschuss laut Pressedienst der Parlamentsdirektion weiter ausführte, sei die Inflation noch immer zu gering. Nowotny rechnet im kommenden Jahr mit einem Anstieg von derzeit 0,9 auf 1,6 Prozent. Die Steuerreform werde die Inflation in den beiden kommenden Jahren um 0,2 Prozentpunkte erhöhen.

Die Profitabilitätsaussichten für Österreichs Banken seien weiterhin gedämpft, führte Vizegouverneur Andreas Ittner aus. Gründe dafür seien die mangelnde Kreditqualität ind Zentral- und Südosteuropa sowie die niedrigen Zinsen. Die Wahrscheinlichkeit von staatlichen Unterstützungsmaßnahmen für die Banken sei allerdings niedrig.

Hinsichtlich der Rückholung der Goldreserven aus dem Ausland hieß es heute, dass bereits 10 Tonnen – das sind 800 Goldbarren – wieder in der Nationalbank eingelagert wurden. Weiterhin lagern 30 Prozent der 280 Tonnen in London und 20 Prozent in der Schweiz.

Auch über die Auswirkungen des Klimawandels beschäftigen sich laut Nowotny die europäischen Notenbanken. Dabei gehe es von Wachstumsperspektiven bis hin zu Fragen von Finanzierungsstrukturen. Die EZB führe diesbezüglich auch Gespräche mit der Versicherungswirtschaft. (APA, 1.12.2015)

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