Afrikanische Länder und Inselstaaten für 1,5-Grad-Ziel

1. Dezember 2015, 16:12
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Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi will strengere Klimaziele

Le Bourget – Die afrikanischen Länder wollen ein Ziel von maximal 1,5 Grad Erderwärmung im geplanten Weltklimaabkommen verankern. Dies sagte Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi am Montag beim Auftakt der Pariser UN-Klimakonferenz. Bisher hat sich die Weltgemeinschaft nur auf ein Ziel von maximal zwei Grad Erwärmung gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter verständigen können.

Al-Sisi spricht bei der Konferenz im Vorort Le Bourget nordöstlich von Paris für die afrikanischen Staaten. Al-Sisi forderte zudem deutlich umfassendere Finanzzusagen der entwickelten Länder als bisher in Aussicht gestellt.

"Es ist unabdingbar, dass die Vereinbarung eine Verpflichtung widerspiegelt, bis 2020 den Entwicklungsländern 100 Milliarden Dollar jährlich zur Verfügung zu stellen, was nach 2020 zu verdoppeln wäre", sagte al-Sisi. Bisher wurden lediglich 100 Milliarden US-Dollar jährlich ab 2020 für den Süden versprochen. Wie die Summe zusammenkommt, ist jedoch umstritten.

Inselstaaten besonders verwundbar

Auch viele besonders verwundbare Staaten wie kleine Inseln wollen höchstens plus 1,5 Grad akzeptieren. Die meisten Experten rechnen selbst bei vollständiger Umsetzung aller Zusagen mit einer Aufheizung um etwa 2,7 Grad, möglicherweise aber auch um deutlich über drei Grad.

Inselstaaten sind den veränderten klimatischen Bedingungen beinahe hilflos ausgeliefert: Industrieländer können Dämme bauen, auf kleinen Inselstaaten ist das nicht möglich. Der Meeresspiegel ist laut IPCC von 1901 bis 2010 um 19 Zentimeter gestiegen. Er klettert immer schneller, derzeit um über drei Millimeter pro Jahr. (red/APA, 1.12.2015)

  • Kiribati ist einer jener pazifischen Inselstaaten, die besonders vom Klimawandel betroffen sind.
    foto: apa/mike roman / red cross australia

    Kiribati ist einer jener pazifischen Inselstaaten, die besonders vom Klimawandel betroffen sind.

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