Aufsichtsratschef Porsche im Wiedeking-Prozess auf Zeugenliste

30. November 2015, 17:22
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Bis auf den Vorsitzenden seien inzwischen alle geladenen Aufsichtsratsmitglieder der Porsche SE ausgeladen worde

Frankfurt – Im Strafprozess gegen Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking ist der Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Porsche als einziger Vertreter des Kontrollgremiums als Zeuge geladen. Bis auf den Vorsitzenden seien inzwischen alle geladenen Aufsichtsratsmitglieder der Porsche SE ausgeladen worden, teilte das Landgericht Stuttgart am Montag mit. Wolfgang Porsches Aussage ist demnach für den 14. Januar geplant. Die Aufseher, darunter VW-Firmenpatriarch Ferdinand Piech neben anderen Mitgliedern der Familien Porsche und Piech, hätten die Aussage verweigern können, denn gegen sie war ein Ermittlungsverfahren wegen Beihilfe zu Marktmanipulation in der Übernahmeschlacht zwischen Porsche und Volkswagen eingestellt worden. Die Zeugen könnten sich durch ihre Aussagen vor Gericht selbst belasten und das Verfahren könnte dadurch wieder eröffnet werden, argumentierten Anwälte.

Ob auch Wolfgang Porsche, der nach Prozessunterlagen als einziges Aufsichtsratsmitglied gegenüber der Staatsanwaltschaft ausgesagt hatte, ein Zeugnisverweigerungsrecht hat, ist offen. Ein Verteidiger Porsches war dazu unmittelbar nicht zu erreichen. Wiedeking und der frühere Porsche-Finanzchef Holger Härter sind vor dem Landgericht wegen Marktmanipulation angeklagt. Sie sollen von März bis Ende Oktober 2008 die Absicht einer vollständigen Übernahme von Volkswagen durch die von den Familien Porsche und Piech beherrschte Holding Porsche SE gezielt verschleiert haben. Institutionelle und private Anleger verloren durch die Kurskapriolen der VW-Aktie im Übernahmepoker Milliarden. Viele verklagten die Porsche SE deshalb auf Schadensersatz von insgesamt gut fünf Milliarden Euro. (Reuters, 30.11.2015)

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