In der Garage

Kolumne30. November 2015, 13:27
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Eine Parkgarage ist ein Ort der Begegnung, des Vergleichs, der Verfluchung und mitunter auch der Lahmlegung

Die Standard-Garage ist ein Ort der Begegnung, ein Ort der Freude und gelegentlich auch ein Ort des Ärgers. Es ist ein Privileg, dort parken zu dürfen, also begegnet man einander augenzwinkernd, oder man zahlt dafür, dann begegnet man einander schulterzuckend.

Bei Begegnungen in der Früh gibt es aufmunternde Grüße und Ratschläge, wie denn der Tag zu überstehen sei, am Abend wünscht man einander das Beste für die noch verbliebene Zeit.

Größen- und Altersvergleich

Und natürlich wird genau abgecheckt, wer welches Auto fährt, ein altes, ein neues oder schon wieder ein neues. Was in der Garage immer eine Rolle spielt: Wer hat den Größeren? Der Kollege vom Vertrieb hat echt den größeren Wagen als der Scheffe? Kann die Anzeigenabteilung da nicht mithalten?

Ein steter Quell der Freude sind die unerwarteten Gäste, vor allem diejenigen, die gar keinen Platz haben. So pflanzte der Kollege aus Brüssel unlängst seinen Wagen in die Mitte der Garage und vertschüsste sich auf eine Woche, was unter den anderen, die nun rangieren mussten, übelste Gefühle freilegte.

Verfluchte und die Sirs

Ach ja, und die Kollegin, die sich jeden Tag einfach irgendwo hinstellt und Blockaden verursacht, ist mehr als einmal verflucht worden.

Die wahren Sirs der Garage sind natürlich die Kollegen aus der Automobil-Abteilung, sie rangieren täglich mit größter Eleganz die Kostbarkeiten, die ihnen zu Testzwecken anvertraut werden, sie schlichten die technischen Innovationen der Branche und werfen einander mit größter Fröhlichkeit die Schlüssel zu – bis auch sie von Brüssel lahmgelegt werden. (Michael Völker, 30.11.2015)

  • Unerwartete Gäste in der Parkgarage sind ein steter Quell der Freude.
    foto: guido gluschitsch

    Unerwartete Gäste in der Parkgarage sind ein steter Quell der Freude.

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