60 Gläubiger von Insolvenz der Austria Salzburg betroffen

30. November 2015, 18:55
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20-Prozent-Quote angeboten – Spielbetrieb soll aufrechterhalten werden – Trennung von Sportchef Stöger

Salzburg – Austria Salzburg ist nun auch offiziell zahlungsunfähig. Wie der Österreichische Verband Creditreform am Montag in einer Aussendung berichtete, hat der Verein am Landesgericht Salzburg den Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung gestellt. Insgesamt sind 60 Gläubiger zuzüglich Spieler betroffen. Die Passiva betragen rund 1,3 Millionen Euro.

Als Insolvenzursache werden Mehrkosten im Zusammenhang mit dem Stadionumbau in Maxglan angeführt. Den Gläubigern wird im Zuge des Sanierungsplans eine Quote von 20 Prozent binnen zwei Jahren angeboten. Der Klub will den Spielbetrieb aber aufrechterhalten.

Harte Fan-Kritik an Stöger

Am Montag erfolgte auch die Trennung vom Sportlichen Leiter Gerhard Stöger, der 49-Jährige wurde vom Dienst freigestellt. Man wolle sich auch personell neu aufstellen, "um einen deutlichen Cut in Richtung Zukunft zu machen", hieß es in einer Aussendung.

Stöger war seit der Wiedergründung 2006 im Verein tätig gewesen. Seit damals war er für die sportliche Ausrichtung der Austria hauptverantwortlich, feierte mit dem Verein sechs Meistertitel und schaffte heuer schlussendlich die Rückkehr in den Profi-Fußball. Die Violetten übernahmen sich dabei jedoch finanziell.

Stöger war mit Blick auf die traurige Finanzlage des Vereins bereits Anfang November von Fangruppen schwer kritisiert und zum Rücktritt aufgefordert worden. Der Sportchef soll demnach Entscheidungen im Alleingang getroffen und der Austria damit geschadet haben. Geschäftsführer Fredy Scheucher wollte die Trennung von Stöger aber nicht als Zugeständnis verstanden wissen. "Das hat überhaupt nichts damit zu tun. Es geht um rein sachliche Themen", meinte Scheucher. Die Entscheidung sei dem Verein alles andere als leicht gefallen.

Abstieg nicht mehr vermeidbar

Mit dem Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens wird auch der "kritische" Punkt im Lizenzierungsverfahren der Fußball-Bundesliga schlagend. In diesem Fall, "wird der Lizenznehmer/-bewerber mit Abschluss des laufenden Bewerbes an das Tabellenende des jeweiligen Bewerbes gereiht und steigt damit zwingend ab", heißt es dort. Den entsprechenden Beschluss muss der Senat 5 der Bundesliga allerdings erst treffen, er wird nach einer Information der Liga noch in dieser Woche zusammentreten. (APA, 30.11.2015)

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