Filmwirtschaftsbericht: Kein gutes Kinojahr, dennoch Wachstum

30. November 2015, 13:18
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Zahl der Kinogeher sank auf 14,3 Millionen – Umsätze überschritten 900-Millionen-Grenze

Wien – Zum mittlerweile elften Mal hat das Österreichische Filminstitut (ÖFI) alle verfügbaren Statistiken zur heimischen Kinobranche zusammengefasst und im Filmwirtschaftsbericht über das Jahr 2014 veröffentlicht. Dabei zeigen sich zwei scheinbar widersprüchliche Entwicklungen: 2014 war auf die Besucher bezogen kein gutes Kinojahr. Die heimische Filmbranche wächst aber dennoch weiterhin kontinuierlich.

So stieg im vergangenen Jahr zwar die Zahl der in den heimischen Kinos angelaufenen Filme auf 413 (von 400 im Jahr davor), zugleich sank die Zahl der Kinogeher allerdings von 15,2 auf 14,3 Millionen, was das ÖFI auf fehlende Blockbuster zurückführt. Auch die Zahl der österreichischen Erstaufführungen stieg im Jahresvergleich leicht um 2 auf 44, womit ein Marktanteil von 4,7 Prozent nach 4 Prozent 2013 erzielt wurde.

Im Ausland war 2014 allerdings kein gutes Jahr für den österreichischen Film, konnte man mit dort gezeigten Produktionen doch nur 0,8 Millionen Besucher locken – nach 1,6 Millionen respektive 3,8 Millionen im Jahr 2013 und 2012.

Relativ starkes Jahr für europäischen Film

Der europäische Film insgesamt konnte mit 29,7 Prozent ein relativ starkes Jahr verbuchen, war man 2013 noch bei 25,1 Prozent zum Liegen gekommen. Allerdings lag der Anteil europäischer Produktionen bei den gezeigten Filmen auch bei 60,2 Prozent. Die US-Produktionen lukrierten mit einem guten Drittel der gezeigten Filme (34,5 Prozent) hingegen beinahe 70 Prozent der Besucher.

Die mit Abstand meisten Besucher im Jahr 2014 lockte "Der Hobbit 3 – Die Schlacht der fünf Heere" mit 519.721 in die Kinos, gefolgt von der französischen Produktion "Monsieur Claude und seine Töchter" (409.971) sowie "Die Tribute von Panem. Mockingjay (Teil 1)" mit 398.235.

Die beste österreichische Produktion war auf Platz 21 mit 155.163 Besuchern der Alpenwestern "Das finstere Tal". Immerhin 45 von 413 angelaufenen Produktionen konnten mehr als 100.000 Gäste anziehen, während 16,7 Prozent aller gezeigten Filme im Kino nicht einmal die Schwelle von 1.000 Zuschauern überschreiten konnte.

Fünf Kinosäle wiedereröffnet

Eine Wende gab es dabei bei der Zahl der Kinosäle. War diese in den vergangenen Jahren stets gesunken, ist nun dank fünf Wiedereröffnungen ein Anstieg von 548 auf 556 zu beobachten – wobei die Digitalisierung hier praktisch abgeschlossen ist. Lediglich drei Säle sind in Österreich noch mit der analogen Filmtechnik ausgestattet.

Auf Expansion ist auch die heimische Filmwirtschaft insgesamt, wuchs doch die Zahl der Unternehmen um 44 auf 2.314, während die der Beschäftigten auf 7.850 (nach 7.535) anschwoll. Auch die kumulierten Umsätze konnten mit 916 Mio. Euro die 900-Millionen-Grenze überschreiten.

Filmverwertung

Uneinheitlich zeigt sich indes das Bild bei der Verwertung, also der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Konsument. So sind beim einstigen Boom-Medium Blu-Ray die Zuwächse mittlerweile bescheiden, stieg deren verkaufte Zahl nur mehr von 3,2 auf 3,3 Millionen. Jene der verkauften DVDs sank im Jahresvergleich sogar von 11,1 auf 10,3 Millionen. "Der Zuwachs beim digitalen Vertrieb kann die Verluste im traditionellen Bereich (noch) nicht ausgleichen", heißt es im Bericht.

Entsprechend nimmt im neuen Filmwirtschaftsbericht auch der Bereich Filmfinanzierung und -förderung einen zentralen Stellenwert ein. Konnte man 2013 mit knapp 77,5 Mio. Euro von 19 Förderstellen noch einen Rekordwert vermelden, sank dieser 2014 leicht auf 77,2 Mio. Euro. (APA, 30.11.2015)

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