Stromausfall auf Krim: Russland wirft Ukraine Vertragsbruch vor

29. November 2015, 20:00
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"Wir sehen, dass unsere Nachbarn nichts unternehmen, um die Leitungen wieder herzustellen"

Sewastopol – Eine Woche nach dem flächendeckenden Stromausfall auf der von Russland annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim hat Moskau der Ukraine Vertragsbruch vorgeworfen. "Wir sehen, dass unsere Nachbarn nichts unternehmen, um die Leitungen wieder herzustellen", kritisierte der russische Energieminister Alexander Nowak am Sonntag in der Krim-Hauptstadt Simferopol.

"Aus humanitärer Sicht ist das nicht richtig", betonte er der Agentur Interfax zufolge. Mutmaßlich protestierende Krimtataren und ukrainische Nationalisten hatten die Stromkabel von der Ukraine zur Krim vor einer Woche mit der Sprengung von Masten gekappt. Die Reparaturarbeiten verzögern sich seitdem. Hunderttausende Krim-Bewohner mussten in der Folge ohne Strom und Heizung auskommen. Russland hatte sich die Halbinsel 2014 gegen den Protest der Ukraine und unter Kritik des Westens einverleibt.

Russland wolle selbst dafür sorgen, die Halbinsel mit Strom zu versorgen, sagte Nowak. Bis spätestens zum 20. Dezember solle eine erste Leitung vom russischen Festland aus über die Meerenge von Kertsch betriebsbereit sein, bekräftigte er. (APA, 29.11.2015)

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