Mercedes souverän: Rosberg vor Hamilton

29. November 2015, 15:47
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Beim Finale in Abu Dhabi unterstreicht Mercedes die Vormachtstellung und feiert den zwölften Doppelsieg der Saison

Abu Dhabi – Mercedes-Pilot Nico Rosberg hat beim Formel-1-Finale in Abu Dhabi seinen dritten Sieg in Serie gefeiert. Der WM-Zweite ließ am Sonntag Weltmeister Lewis Hamilton im zweiten "Silberpfeil" hinter sich, Dritter wurde Kimi Räikkönen im Ferrari. Dessen Teamkollege Sebastian Vettel fuhr vom 15. Startplatz auf Rang vier. Für Rosberg war es der sechste Erfolg 2015 und der 14. Grand-Prix-Sieg insgesamt.

Zuvor hatte der 30-Jährige auch in Mexiko-Stadt und Sao Paulo triumphiert – der erste Sieg-Hattrick in der Karriere des Deutschen. "Großartig Jungs, danke für das Ende dieser Saison", funkte Rosberg an die Box, während ein Feuerwerk den Himmel erleuchtete . "Das nächste Jahr kann jeden Moment kommen. Von mir aus könnte es schon morgen beginnen, ich brauche keine Ferien", sagte er wenig später bei der Siegerehrung.

Rekorde

Für Mercedes gab es weitere Gründe zu feiern: Der Rennstall feierte den zwölften Doppelsieg in der Saison 2015, womit man eine neue Bestmarke aufstellte. In der Konstrukteurs-Wertung verbesserte Mercedes seinen eigenen Rekord aus der Vorsaison um zwei Zähler. Die 703 Punkte, die Hamilton und Rosberg heuer herausfuhren, sind umso bemerkenswerter, zumal 2014 beim Finale in Abu Dhabi noch doppelte Punkte vergeben worden waren.

Am Start kam Pole-Setter Rosberg gut weg. Unter Druck geriet Hamilton, der Mühe hatte, Räikkönen und Sergio Perez hinter sich zu halten. Rosberg fuhr anschließend bis zu sechs Sekunden Vorsprung auf Hamilton heraus. Dann drehte der Brite den Spieß allerdings um und war deutlich schneller unterwegs als sein Teamkollege. Zu Beginn der 28. Runde war das Guthaben auf weniger als zwei Sekunden geschrumpft.

Die zweiten Reifenwechsel – Rosberg kam zuerst an die Box, Hamilton blieb noch draußen – verschafften dem Deutschen dann aber wieder ein passables Polster. Hamilton machte danach pro Runde zwischen einer halben und einer Sekunde gut, konnte Rosberg aber nicht mehr abfangen. Gegen Hamiltons Überlegung, mit dem alten Reifensatz weiterzufahren, legte das Team ein Veto ein. Der Start-Ziel-Sieg war Rosberg somit nicht mehr zu nehmen.

"Es ist immer schwer, gegen Lewis zu fahren, er macht einen fantastischen Job. Ein umso besseres Gefühl ist es dann, wenn ich gewinne", war der Deutsche erleichtert und stolz, dass er seinen Stallrivalen seit dem Großen Preis der USA in Austin, wo Hamiltons dritter Titelgewinn rechnerisch zur Gewissheit wurde, kontinuierlich den Auspuff gezeigt hat.

Der Blick auf die nächste Saison fiel deshalb schon wesentlich optimistischer aus als noch vor ein paar Wochen: "Das Team wird uns wieder ein tolles Auto geben, das mir die Chance gibt, viele Rennen zu gewinnen und Lewis hinter mir zu lassen." Hamilton zollte vor allem den Mercedes-Ingenieuren seinen Respekt. "Ich muss meinen Hut ziehen vor der Arbeit, die sie geleistet haben über das ganze Jahr. Wir haben das beste Team der Welt", sagte er in Anwesenheit von Daimler-Chef Dieter Zetsche.

Perfekte Strategie von Vettel

Zweiter Mann des Rennens neben Rosberg war Vettel, dessen Strategie, auf weiche anstelle der superweichen Reifen zu setzen, voll aufging. Der Deutsche reizte seinen ersten Satz bis an die Belastungsgrenze aus und schaute erst in Runde 24 an der Box vorbei. "Die ganze Saison hat uns Mut und Kraft gegeben. Die zweite Geige zu spielen ist besser als die fünfte oder sechste", meinte der vierfache Weltmeister, der heuer in Malaysia, Ungarn und Singapur gewann. Die übrigen 16 Rennen wurden zur Beute von Mercedes.

Fünfter wurde der Mexikaner Sergio Perez, unmittelbar vor Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo und seinem Force-India-Teamkollegen Nico Hülkenberg. Der Brasilianer Felipe Massa landete im Williams auf dem achten Platz, dahinter klassierte sich Romain Grosjean bei seiner Abschiedsvorstellung für Lotus. Der Franzose wechselt 2016 zum neuen Haas-Rennstall. Daniil Kwjat holte im zweiten Red Bull den zehnten Platz. (APA, 29.11.2015)

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    foto: apa/epa/srdjan suki

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    foto: ap/augstein

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