ÖSV-Kritik nach Abfahrtssturz

29. November 2015, 13:36
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Mehr als fünf Stunden dauerte der Transport des in der Abfahrt von Lake Louise schwer gestürzten Markus Dürager ins Spital nach Calgary. Viel zu lange, kritisierte sein Trainer Florian Winkler

Lake Louise – Florian Winkler war erzürnt. Mindestens fünf Stunden habe der Transport von Markus Dürager zunächst ins Krankenhaus nach Banff und dann nach Calgary gedauert. Dürager, 25-jähriger Rennläufer aus Salzburg, war davor bei der ersten Weltcupabfahrt des Winters in Lake Louise schwer gestürzt.

"Es kann nicht sein, dass es stundenlang dauert, bis der Bursche mit einem offenbar komplizierten Unterschenkelbruch herumgefahren wird", sagte Winkler, ÖSV-Speedtrainer. Dürager zog sich einen Schien- und Wadenbeinbruch im linken Bein sowie einen Bruch des linken Handgelenks zu.

Beim Transport des Verletzten wurde ein seit Jahren in Lake Louise übliches Protokoll befolgt. Demzufolge wurde Dürager zunächst per Hubschrauber und Rettungswagen ins Spital der knapp 60 Kilometer entfernten Stadt Banff gebracht. Da dem Krankenhaus Diagnosegeräte für derartige Verletzungen fehlen, wurde er danach ins weitere 140 km entfernte Calgary gefahren. Winkler regte an, dieses Prozedere zu ändern, um mögliche Folgeschäden zu vermeiden. Der Abfahrtstrainer erinnerte an Fälle wie jenen des Salzburgers Matthias Lanzinger, der im März 2008 in Norwegen nach einem im Rennen erlittenen Unterschenkelbruch wegen einer missglückten Behandlung den Unterschenkel verloren hatte.

In Kanada gibt es die Diskussion über die Art der Versorgung von nicht lebensgefährlich verletzten Skirennfahrern schon seit langem. 2009 etwa waren die schwer verletzten Thomas Lanning und John Kucera ähnlich umständlich transportiert worden. Winkler: "Ich verstehe nicht, warum man nicht endlich reagieren und lernen will." Dürager war am Samstag bei einem Sprung ausgehoben worden und hatte sich dann mehrfach überschlagen. (APA, red, 29.11.2015)

  • Markus Dürager wurde zunächst per Helikopter abtransportiert. Bis er in Calgary ankam, dauerte es.
    foto: epa/mike sturk

    Markus Dürager wurde zunächst per Helikopter abtransportiert. Bis er in Calgary ankam, dauerte es.

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