Katzian vermutet Masterplan in Hinterhand

29. November 2015, 09:53
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Gewerkschaftschef: "Das dürfen wir ihnen nicht durchgehen lassen"

Wien – Für den Chef der Gewerkschaft GPA-djp, Wolfgang Katzian, ist das schlimmste an der bevorstehenden Zielpunkt-Pleite, dass der Eigentümer Pfeiffer das Unternehmen nur vier Wochen vor Weihnachten in die Insolvenz schickt. "Das ist ein Hammer", kritisiert der Gewerkschafter Pfeiffer in der Zeitung "Österreich" am Sonntag. Weiterhin schließt Katzian nicht aus, Pfeiffer zu klagen.

Man werde schauen, was noch alles ans Licht komme und dann gegebenenfalls rechtliche Schritte einleiten, bekräftigte der GPA-Chef. Wegen eines Immobiliendeals im Vorfeld der Pleite-Ankündigung – ein Insolvenzantrag soll erst am Montag eingebracht werden – lasse "vermuten, da gibt es einen Masterplan in der Hinterhand", sagt Katzian.

Auch die Ankündigung Pfeiffers kürzlich im APA-Interview, man wolle einige Standorte von Zielpunkt für andere Pfeiffer-Firmen wie Unimarkt oder Nah&Frisch haben, wenn dies der Masseverwalter erlaube, findet Katzian "wirklich arg", wie er der Zeitung sagt. Die Firma sage damit: "Wir kaufen uns die guten Standorte aus der Firma, die wir in die Insolvenz schicken, heraus." Den Rest, der nicht laufe, überlasse man der Öffentlichen Hand, so der Gewerkschafter. "Das dürfen wir ihnen nicht durchgehen lassen."

Grüne unterstützen mögliche Klage

Die Grünen-Chefin Eva Glawischnig sieht in der bevorstehenden Zielpunkt-Pleite "vor Augen geführt, was es bedeutet, wenn sich ein Unternehmen über alle moralischen Regeln hinwegsetzt". Es sei nicht in Ordnung, wenn eine Konzernmutter eine Tochter in den Konkursschicke, sich vielleicht noch Filetteile sichere, und tausende Frauen vor Weihnachten keine Bezahlung erhalten, sagte Glawischnig im ORF.

In "Pressestunde" am Sonntag sagte die Politikerin auch, dass man es sich "rechtlich anschauen" müsse, ob man gegen ein solches Vorgehen einer Konzernmutter vorgehen könne. "Wenn Klagen möglich sind, werde wir diese unterstützen", sagte Glawischnig, die das Vorgehen von Pfeiffer als "unerträglich" bezeichnete.

Auch im Parlament brauche es eine Diskussion bzw. Vorschläge, wie man mit Konzernverantwortungen umgehe, sagte Glawischnig. Letzteres sagte Glawischnig auch mit Blick auf internationale Konzerne wie Amazon, Google oder Starbucks, die Gewinnen hin- und hertransferieren würden um sich Steuerzahlungen zu ersparen. (APA, 29.11.2015)

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