CO2: Die unbeliebte Grundlage allen Lebens

Kopf des Tages28. November 2015, 12:00
73 Postings

Ein Teil Kohlen-, zwei Teile Sauerstoff: Diese Kombi macht Ozeane sauer.

Nicht brennbar, farb- und geruchlos: So dezent sich Kohlenstoffdioxid – kurz CO2 – auf den ersten Blick gibt, so schlecht ist sein Image im Moment. Globale Konferenzen werden abgehalten, zu denen alle Staats- und Regierungschefs, renommierte Wissenschafter und einflussreiche Nichtregierungsorganisationen anreisen. Veränderte Wirtschaftssysteme, ja gar eine neue Weltordnung werden leidenschaftlich eingefordert. Alles nur, um ein Ziel zu erreichen: weniger CO2.

Dabei ist die chemische Verbindung Grundlage für das Leben. Pflanzen wandeln CO2 in Biomasse um. Leid entsteht aus Überfluss.

Vor der Industrialisierung hielten sich Ausstoß und Aufnahme in den natürlichen Kohlenstoffsenken, also Wäldern, Böden und Ozeanen, die Waage. Seither ist die Konzentration des Treibhausgases aber um mehr als 120 ppm (Teilchen pro Million) angestiegen. Die Hälfte davon ist erst nach 1980 hinzugekommen. Emissionen durch fossile Brennstoffe wie Kohle, Gas und Öl stören die Ordnung.

Das zusätzlich erzeugte CO2 hält bereits einen Anteil von etwa 60 Prozent an der Verstärkung des Treibhauseffekts. Erst im März wurden die höchsten Werte seit Beginn der Messungen veröffentlicht: Laut US-Wetterbehörde waren erstmals mehr als 400 ppm CO2 in der irdischen Atmosphäre.

Wird CO2 auf mehr als -78,5 Grad Celsius erhitzt, wird es gasförmig. Es begünstigt den anthropogenen, also den vom Menschen gemachten Treibhauseffekt und damit die globale Erwärmung. Löst es sich im Wasser, versauert es die Ozeane. Der pH-Wert nimmt ab, existenzbedrohend für viele Tier- und Pflanzenarten.

Im Vorjahr lagen die Treibhausgasemissionen laut Bericht der UN-Umweltorganisation (UNEP) bei 52,7 Milliarden Tonnen CO2. Um die globale Erwärmung auf weniger als zwei Grad Celsius, das Hauptziel der Klimakonferenz in Paris, zu bringen, dürfen die Emissionen bis 2030 höchstens 42 Milliarden Tonnen pro Jahr betragen. Durch die bisherigen Beiträge der Länder wird dieses Ziel nicht erreicht werden, warnt die UNEP. Es ergebe sich eine Lücke von 14 Milliarden Tonnen CO2.

Teilweise trifft Kritik die Falschen. Denn CO2-Emissionen werden dem Land zugerechnet, auf dessen Staatsgebiet sie erfolgen, nicht dem Konsumenten. Fest steht vor allem eines: Je früher Maßnahmen gesetzt werden, umso billiger wird es, die Auswirkungen von zu viel CO2 im Zaum zu halten. (red, 27.11.2015)

  • Das zusätzlich erzeugte CO2 hält bereits einen Anteil von etwa 60 Prozent an der Verstärkung des Treibhauseffekts

    Das zusätzlich erzeugte CO2 hält bereits einen Anteil von etwa 60 Prozent an der Verstärkung des Treibhauseffekts

Share if you care.