Zielpunkt-Pleite kam für Kreditverband überraschend

27. November 2015, 13:50
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Die Insolvenz ist der Meinung eines KSV-Experten nach "nicht von langer Hand geplant"

Wien – Die Pleite der Supermarktkette Zielpunkt mit fast 3.000 betroffenen Mitarbeitern ist auch für den Kreditschutzverband KSV 1870 überraschend gekommen. "Meines Erachtens war die Insolvenz nicht von langer Hand geplant", sagte KSV-Experte Hans-Georg Kantner am Freitag. Er vermutet, dass kurz zuvor etwas geschehen sei, was zu dieser Entscheidung des Zielpunkt-Managements geführt habe.

Dass die Pfeiffer Gruppe mit ihrer nicht insolventen Tochter Unimarkt Zielpunkt-Filialen übernehmen will, ist laut Kantner insolvenzrechtlich möglich, aber heikel. Die Frage sei, ob dies im Sinne der Gläubiger ist, wenn der Eigentümer Teile aus der Masse herauskauft. Kantner wünscht sich für diesen Fall einen transparenten Bieterprozess mit optimalen Ergebnisse. Dies sei aber Sache des Masseverwalters und des Gläubigerausschusses.

Kantner geht davon aus, dass der Insolvenzantrag von Zielpunkt am Montag, dem letzten Novembertag, bei Gericht eingereicht wird, wie gestern bereits von Insidern verlautete. Terminmäßig wäre dies auch aufgrund der sauberen Trennung in der Lohnverrechnung naheliegend, so der Insolvenzexperte. (APA, 27.11.2015)

  • Insolvenzexperte Hans-Georg Kantner wünscht sich einen "transparenten Bieterprozess mit optimalen Ergebnissen".
    foto: apa / pfarrhofer

    Insolvenzexperte Hans-Georg Kantner wünscht sich einen "transparenten Bieterprozess mit optimalen Ergebnissen".

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