Bisher nur zwei Hotspots in Italien und Griechenland

27. November 2015, 13:18
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Laut EU-Kommission in Lampedusa und auf Lesbos – Geplant waren elf solcher Einrichtungen bis Ende November

Brüssel – Die Errichtung von Hotspots an den EU-Außengrenzen zur Registrierung von Flüchtlingen geht langsamer als geplant voran. Die EU-Kommission erklärte am Freitag in Brüssel, bisher seien nur zwei solcher Erstaufnahmezentren geschaffen worden, eines in Lampedusa und eines auf Lesbos. Ursprünglich waren elf solcher Hotspots bis Ende November vorgesehen – sechs für Italien, fünf für Griechenland.

Ziel ist es, mit der Erstregistrierung zu vermeiden, dass Flüchtlinge unkontrolliert in andere EU-Länder weiterziehen. Unterstützt werden sollen solche Hotspots von der EU-Grenzschutzagentur Frontex, der EU-Flüchtlingsunterstützungsbehörde EASO sowie von Europol. Dies erfolge in enger Zusammenarbeit mit den Aufnahmeländern Italien und Griechenland.

Bei den sechs für Italien geplanten Hotspots handelt es sich neben Lampedusa um Pozzallo, Porto Empedocle, Trapani, Augusta und Taranto. Die fünf Aufnahmezentren in Griechenland sollen neben Lesbos auf den Inseln Samos, Chios, Kos und Leros errichtet werden.

Weitere Verzögerungen

Unterdessen stockt offenbar die geplante Schaffung von 50.000 temporären Unterkunftsmöglichkeiten für Flüchtlinge entlang der Westbalkanroute, weitere 50.000 sollen bis Jahresende in Griechenland eingerichtet werden. Und die Verteilung von Schutzbedürftigen aus Italien und Griechenland auf andere EU-Länder scheint deshalb immer größere Schwierigkeiten zu finden, weil praktisch alle Flüchtlinge nach Deutschland wollen.

Zu Berichten, wonach zuletzt Portugal 50 solcher Flüchtlinge aufnehmen wollte, diese sich aber weigerten, erklärte ein Sprecherin der Kommission, das System beruhe auf Freiwilligkeit. "Man kann niemanden zwingen, das ist ein Angebot." (APA, 27.11.2015)

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