Zwei Menschen in Belgien aufgegriffen

27. November 2015, 12:40
3 Postings

Zeuge und Verdächtiger sollen Untersuchungsrichter vorgeführt werden – Ermittlungen gegen drei Verdächtige in Berlin

Brüssel/Berlin – Im Zusammenhang mit den terroristischen Anschlägen von Paris sind am Donnerstag in Belgien zwei Menschen aufgegriffen worden. Eine bei einem Polizeieinsatz im ostbelgischen Verviers mitgenommene Person gelte als Zeuge, eine in Brüssel festgenommene Person werde als Verdächtiger eingestuft, erklärte die Staatsanwaltschaft am Freitag. Die beiden sollten am Nachmittag dem Untersuchungsrichter vorgeführt werden.

Auch die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen der möglichen Vorbereitung eines Terroranschlags – mittlerweile gegen drei Verdächtige. "Wir ermitteln weiter wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat gegen drei Personen", sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, der Nachrichtenagentur AFP. Demnach handelt es sich bei den zwei am Donnerstag festgenommenen Islamisten um einen Tunesier und einen Syrer. Zu dem dritten Verdächtigen machte Steltner zunächst keine Angaben.

Zwei Männer aus Gewahrsam entlassen

Die zwei nach der Entdeckung eines verdächtigen Gegenstands in ihrem Auto festgenommenen Männer im Alter von 28 und 46 Jahren wurden am Freitag aus dem Gewahrsam entlassen. Die Generalstaatsanwaltschaft habe keine Untersuchungshaft beantragt, weil hierfür ein dringender Tatverdacht bestehen müsse, sagte Steltner. "Die Voraussetzungen liegen nicht vor." Nun würden beschlagnahmte Speichermedien ausgewertet. "Wir müssen einmal abwarten, was da herauskommt", so Steltner. Zu den übereinstimmenden Medienberichten, die Männer hätten einen Anschlag in Dortmund geplant, wollte er nichts sagen.

Bekannt wurde zudem, dass zwei der bei den Anschlägen von Paris eingesetzten Waffen in Serbien hergestellt worden sind. Die Herstellerfirma Zastava Oruzje bestätigte am Freitag, die Sturmgewehre vom Typ Zastava M70 im eigenen Werk im zentralserbischen Ort Kragujevac gefertigt zu haben. Man habe dem Innenministerium in Belgrad entsprechende Dokumente überliefert, sagte Firmenchef Milojko Brzakovic.

Gegenüber dem Sender Free Europe sagte Brzakovic, dass die Waffen vor der Auflösung Jugoslawiens 1991 hergestellt wurden und damals an die Militärpoststellen geliefert worden seien. Diese befänden sich in Slowenien, Bosnien-Herzegowina und Mazedonien. (APA, 27.11.2015)

Share if you care.