Gereiftes Duo bemüht sich um Geläufigkeit

27. November 2015, 10:33
2 Postings

Weltcupsaison der Kunstbahnrodler beginnt in Igls

Wien/Innsbruck – Penz/Fischler, das geht noch nicht so flüssig von den Lippen wie zum Beispiel Linger/Linger. Ein wenig ungerecht ist das. Und vor allem Peter Penz (31), Vorder- und Steuermann des gegenwärtig besten österreichischen Doppelsitzers, wirkt seiner Fasson gemäß leicht etwas genervt, wenn er Unbelecktheit bezüglich seines Sports, seiner Leidenschaft wittert. Schließlich sind er und sein um 15 Monate jüngerer Partner Georg Fischler längst keine unbeschriebenen Blätter mehr in der Szene.

Die beiden Tiroler sind, nun ja, regierende Vize-Welt- und -Europameister. Und ganz oben auf dem Podest standen sie auch schon – 2012 waren sie in Paramonowo bei Moskau Europameister. Damals haben sie nicht nur die Deutschen Tobias Wendl und Tobias Arlt, das gegenwärtige Dreamteam der Doppelsitzer, geschlagen, sondern auch die Landsleute Andreas und Wolfgang Linger hinter sich gelassen, die Doppel-Doppelolympioniken quasi, die im März des Vorjahres, nach der Silbermedaille bei den Spielen in Sotschi, vom Schlitten stiegen.

In deren Kufenspuren sollten Penz/Fischler rodeln, sie wären reif nach 14 gemeinsamen Jahren, vor ihrer elften Weltcupsaison, die heute auf der Heimbahn zu Igls ob Innsbruck mit dem Nationencup anhebt. Am Samstag versuchen sich Penz/Fischler nach dem Damenbewerb an der Wiederholung ihres Heimtriumphs von 2011. Am Sonntag steigen die Einzelkonkurrenz der Herren und die Teamstaffel.

Der österreichische Rodelverband ist in der zweiten Zwischensaison vor den Spielen 2018 in Pyeongchang (Südkorea) – von der medialen Wahrnehmung her ist jede Kunstbahnrodelsaison außer einer olympischen eine Zwischensaison – nur bei den Damen weit weg von der Musik. Im Herreneinzel gibt es Wolfgang Kindl, den WM-Dritten, der im Februar zu Lillehammer seinen ersten Weltcupsieg landete.

Flotte Beine

Und es gibt eben Penz/Fischler, die den Sommer über sehr viel Arbeit in ihren Schlitten investierten und von einer Neuverpflichtung profitiert haben sollten. Martin Hillebrand (64), Athletikcoach aus Deutschland und also mitverantwortlich für Medaillen Sonderzahl, macht nach einem kurzen Gastspiel in Russland den Österreichern Beine – die Startzeiten sollten es schon in Igls zeigen, wo übrigens 2017 die Weltmeisterschaft steigt.

Spätestens dann soll Penz/ Fischler so flüssig wie Linger/Linger über die Lippen gehen – auch den von speziellem Wissen Unbeleckten. (Sigi Lützow, 27.11.2015)

  • Jubel am Königssee ist für Peter Penz (vorn) und Georg Fischler das große Saisonziel. Im Berchtesgadener Land, unweit des Ufers und am Fuß des Watzmanns, steigt Ende Jänner die WM.
    foto: epa/tobiasühase

    Jubel am Königssee ist für Peter Penz (vorn) und Georg Fischler das große Saisonziel. Im Berchtesgadener Land, unweit des Ufers und am Fuß des Watzmanns, steigt Ende Jänner die WM.

Share if you care.