Archäologen rätseln über römisches "Hochsicherheitslager"

26. November 2015, 19:04
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Antrag für Aufnahme in UNESCO Welterbe "Niedergermanischer Limes"

Bedburg-Hau – Ein einst ungewöhnlich gesichertes Militärlager der Römer bei Bedburg-Hau am Niederrhein gibt den Archäologen Rätsel auf. Warum war dieses Lager nicht wie üblich mit nur einem Graben gesichert, sondern gleich mit bis zu vier? Die sogenannten Spitzgräben sind nach Angaben des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege zwei Meter breit und laufen V-förmig zwei Meter tief ins Erdreich zusammen.

"Das bedeutet, dass sich das Lager in einer gefährlichen Situation befunden haben muss", sagte Steve Bödecker. Es liege zwischen den bekannten Lagern des Niedergermanischen Limes in Xanten und Nijmegen. Der Fund soll nun in die Antragsliste für das UNESCO Welterbe "Niedergermanischer Limes" aufgenommen werden.

Dieser Grenzabschnitt des römischen Reiches reichte von der Osteifel in Rheinland-Pfalz bis zur Nordseeküste bei Katwijk. Die Größe von rund 160.000 Quadratmeter spricht aus Sicht der Fachleute für das Lager einer Legion mit über 5.500 Mann. Es gebe Hinweise, dass es nicht permanent, sondern nur für einige Jahre bestand. Wann genau es angelegt wurde, ist noch unklar.

"Die Legion muss sich aus irgendeinem Grund, den wir nicht kennen, hier aufgehalten haben", so Bödecker. Es habe immer Zeiten gegeben, in denen die Römer ihre Legionen an den Rhein zusammengezogen hätten: Etwa unter Kaiser Caligula (12-41) zur Vorbereitung der Feldzüge nach Germanien oder unter Kaiser Claudius (10 v. u. Z. – 54 u. Z.), um Britannien zu erobern. (APA, 26.11.2015)

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