Südafrikanisches Gericht hob Handelsverbot für Nashorn auf

26. November 2015, 14:41
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Wildzüchter klagten gegen Moratorium – Urteil nicht rechtskräftig

Pretoria – Ein Gericht in Südafrika hat das nationale Handelsverbot für Nashorn aufgehoben. Ein Richter in der Hauptstadt Pretoria gab am Donnerstag einer entsprechenden Klage statt und setzte das seit 2009 geltende Moratorium der Regierung aus. Das Umweltministerium will das Urteil prüfen und anschließend über eine mögliche Berufung entscheiden, wie eine Sprecherin sagte.

Die beiden Kläger (sie sind Nashornzüchter) hatten argumentiert, der Verkauf der Hörner sei ein ihnen von der Verfassung gegebenes Recht und das Hornmaterial eine erneuerbare Ressource. Einer der Züchter hofft nach Angaben seines Anwalts zudem, dass mit dem legalen Handel auch die Zahl der gewilderten Tiere zurückgehen würde.

Tierschutzorganisationen kritisierten die Gerichtsentscheidung scharf. "Das Gerichtsurteil setzt ein fatales Signal und droht mehr Wilderer auf den Plan zu rufen", sagte etwa Daniela Freyer von Pro Wildlife.

Drastischer Anstieg der Wilderei

Im vergangenen Jahr wurden in Südafrika über 1.200 Nashörner von Wilderern getötet. Private Nashornbesitzer argumentieren, der Handel mit Hörnern aus erlaubter Züchtung könne den lukrativen Schwarzmarkt trockenlegen. Bei der legalen Gewinnung der Hörner werden die Zuchttiere betäubt, bevor ihnen das nachwachsende Horn abgesägt wird.

In Südafrika leben derzeit noch 20.000 Nashörner, das entspricht etwa 80 Prozent der weltweiten Population. Die Zahl der illegal getöteten Tiere war von 13 im Jahr 2007 auf 1.215 im vergangen Jahr gestiegen. Hintergrund der zunehmenden Wilderei ist die massiv gestiegene Nachfrage aus China und Vietnam. In Asien wird den zu Pulver verarbeiteten Hörnern eine sexuell stimulierende Wirkung und Heilkräfte nachgesagt, die wissenschaftlich nicht belegt sind. (APA, red, 26.11.2015)

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