Südafrikanisches Gericht hob Handelsverbot für Rhino-Hörner auf

26. November 2015, 14:37
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Wildzüchter klagten gegen Moratorium von 2009 – Urteil nicht rechtskräftig

Pretoria – Ein Gericht in Südafrika hat das nationale Verbot des Handels mit Nashorn-Hörnern aufgehoben. Ein Richter in der Hauptstadt Pretoria gab dem Donnerstag einer Klage von zwei Wildzüchtern statt und setzte das seit 2009 geltende Moratorium der Regierung aus. Das Umweltministerium will das Urteil prüfen und anschließend über eine mögliche Berufung entscheiden, wie eine Sprecherin sagte.

Die beiden Züchter hatten argumentiert, der Verkauf der Hörner sei ein ihnen von der Verfassung gegebenes Recht und das Hornmaterial eine erneuerbare Ressource. Einer der beiden Züchter hofft nach Angaben seines Anwalts zudem, dass mit dem legalen Handel auch die Zahl der gewilderten Tiere zurückgehen würde.

1200 Nashörner gewildert

Im vergangenen Jahr wurden in Südafrika über 1.200 Nashörner von Wilderern getötet. Private Nashornbesitzer argumentieren, der Handel mit Hörnern aus erlaubter Züchtung könne den lukrativen Schwarzmarkt trockenlegen. Bei der legalen Gewinnung der Hörner werden die Zuchttiere betäubt, bevor ihnen das nachwachsende Horn abgesägt wird. Nashorn-Hörner bestehen aus Keratin, aus dem auch menschliche Fingernägel bestehen.

In Südafrika leben derzeit noch 20.000 Nashörner, das entspricht etwa 80 Prozent der weltweiten Population. Die Zahl der illegal getöteten Tiere war von 13 im Jahr 2007 auf 1.215 im vergangen Jahr gestiegen. Hintergrund der zunehmenden Wilderei ist die massiv gestiegene Nachfrage aus China und Vietnam. In Asien werden den zu Pulver verarbeiteten Hörnern eine sexuell stimulierende Wirkung und Heilkräfte nachgesagt, die wissenschaftlich aber nicht zu belegen sind. (APA/AFP, 26.11.2015)

  • Es gibt immer noch einen lukrativen Schwarzmarkt für Nashornpulver.
    foto: apa/afp/christophe beaudufe

    Es gibt immer noch einen lukrativen Schwarzmarkt für Nashornpulver.

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